Formel Aspartam

Teil 4: Wissenswertes über Zucker – Welcher Zucker ist gesund?

Teil 4 – Welcher Zucker ist gesund?

aspartamSüßstoffe
Die bekanntesten Sorten unter den Süßstoffen sind sicherlich Aspartam, Sucralose und Saccharin, wobei Ersterer auch manchmal als „Canderel“, „NutraSweet“ oder auch nur E 951 bezeichnet wird. Saccharin versteckt sich auch hinter dem Kürzel E 954, Sucralose trägt den Beinamen E 955.

Diese sogenannten Süßstoffe dienen als Zuckerersatz und werden synthetisch hergestellt. Trotz hoher Süßewirkung sind sie praktisch kalorienfrei und ganz nebenbei für Pilze und Bakterien uninteressant, da in ihnen kein Zucker enthalten ist. Hiermit wurden aber auch schon alle Vorteile der verschiedenen Süßstoffe genannt. Auf der anderen Seite sind ihnen diverse gesundheitsschädigende Merkmale zu eigen, sodass die negativen Aspekte deutlich schwerer wiegen als die positiven. Abgesehen davon sind Süßstoffe – obwohl kalorienfrei – nicht für Diäten geeignet, was jedoch immer noch vielerseits angenommen wird. Ganz im Gegenteil – sie sind absolute Dickmacher. Es kommt nicht von ungefähr, dass Süßstoff in Mastbetrieben eingesetzt wird, um die Gewichtszunahme der Tiere zu beschleunigen. Hierfür gibt es eine einfache Erklärung: Aufgrund des süßen Geschmacks geht der Körper automatisch davon aus, dass ihm Zucker zugeführt wird. Sofort nimmt die Bauchspeicheldrüse ihre Arbeit auf und stößt unnötiges Insulin aus, um den vermeintlichen Zucker zu transportieren. Hierdurch begünstigt entstehen nach kurzer Zeit Heißhungerattacken, die wiederum zu erhöhter Nahrungsaufnahme führen. Das Kalorienzählen wird in diesem Moment zur Nebensache.

Der Gewichtszunahme als Folgeerscheinung von zu hohem Süßstoffverzehr spielt jedoch verglichen mit den weiteren daraus resultierenden Krankheitsbildern nur eine untergeordnete Rolle. Die im Süßstoff enthaltenen synthetischen Substanzen haben auf Körper wie auch auf Gehirn massive negative Auswirkungen.

Dicksäfte
Von Apfel- über Birnen- bis hin zu Agavendicksaft täuschen alleine schon die Namen all dieser Produkte eine gesunde Süße vor. Hier ist jedoch Vorsicht geboten! Dicksäfte sind definitiv nicht gesund, da sie mit diversen Zuckersorten – dabei vor allem Fructose – versetzt sind. Die gesundheitsschädlichen Aspekte dieser Zuckerart haben wir bereits ausgiebig erläutert.

Haben die zugrunde liegenden Säfte anfangs nur etwa 10-15% Zuckeranteil, so vervielfacht sich dieser Wert durch das Eindicken und dem damit verbundenen Wasserverlust auf an die 90%. Selbst wenn man den Saft während des Produktionsverfahrens nur schonenden 60 Grad Celsius aussetzt – dies ist jedoch nur bei recht wenigen Säften der Fall – verliert er dabei all seine Enzyme sowie sämtliche hitzeempfindliche Vitamine. Im Endprodukt befinden sich neben hoch konzentriertem Zucker lediglich noch ein paar Mineralstoffe. Natürlich sind diese Säfte immer noch gesünder als all jene Produkte, denen massenhaft gentechnisch veränderter Mais oder andere in dieser Hinsicht veränderte Mikroorganismen anhaften. Als gesund dürfen Dicksäfte dennoch nicht eingestuft werden.

Folgende Sirupsorten dürfen in begrenzten Maßen verzehrt werden, da sie zwar immer noch nicht als gesundheitsfördernd gelten, jedoch empfehlenswerter als oben beschriebene Dicksäfte sind: Dattelsirup, Ahornsirup, Gerstenmalzsirup und Reissirup. Sie alle haben den entscheidenden Vorteil, dass sie nur über einen geringen Fructoseanteil verfügen.

honigHonig
Honig zählt gemeinhin zu den naturbelassenen Produkten, was bedeutet, dass ihm weder Flüssigkeiten oder andere Substanzen hinzugefügt noch entzogen wurden. Der natürliche Wassergehalt ist sehr gering. Auch wird Honig nicht erwärmt. Erfüllt ein Honig all diese Kriterien, handelt es sich um ein qualitativ hochwertiges Imkerei-Produkt. Trotz vieler verschiedener Zuckersorten wie Glukose, Fructose, Saccharose und anderer Mehrfachzucker verfügt Honig auch noch über Mineralien und Enzyme. Dies sind eigentlich die Grundbausteine eines gesunden Zuckers – hätte Honig nicht trotzdem den hohen Zuckergehalt von fast 80%. Wie beim Konsum von üblichem Haushaltszucker können selbstverständlich auch hier Schäden an Zähnen, Bauchspeicheldrüse und Darm auftreten. Aus diesem Grund sollte man Honig nur sehr selten und in kleinen Mengen zu sich nehmen.

Manuka Honig stammt von dem in Neuseeland vorkommenden Manuka Strauch ab.

Manuka Honig stammt von dem in Neuseeland vorkommenden Manuka Strauch ab.

Manuka-Honig
Zwischen all den Honigsorten findet sich eine Ausnahme – der Manuka-Honig. Er gilt als traditionelles Heilmittel, welches sich vielseitig bei Krankheiten einsetzen lässt. Dies liegt vor allem am enthaltenen Methylglyoxal, dem Hauptwirkstoff des Honigs.

Obwohl diese Honigart um die 40% Fructose und darüber hinaus noch 30% Glukose enthält, ist sie nicht schädlich für die Zähne. Stattdessen konnte in wissenschaftlichen Studien belegt werden, dass Manuka-Honig den Zähnen einen fast ebenso hohen Schutz vor Zahnbelag bieten kann wie chemisch hergestellte Chlorhexidinlösung. Aus diesem Grund gehört Manuka-Honig zu den wenigen gesunden und wertvollen Süßungsmitteln.

Kokosblütenzucker
Der frische Saft aus der Kokosblüte liefert den schmackhaften Kokosblütenzucker. Während des Herstellungsverfahrens dickt man den Blütensaft zuerst über einer offenen Feuerstelle zu einem Sirup ein. Diesen erhitzt man anschließend, sodass sich einzelne Zuckerkristalle bilden, die nach dem Abkühlen noch fein gemahlen werden. Entgegen der ersten Vermutung hinsichtlich seines Namens hat Kokosblütenzucker keinen kokosartigen- sondern vielmehr einen stark karamellartigen und dabei sehr angenehmen Geschmack, wobei er deutlich weniger Süße hat als üblicher Haushaltszucker.

Zu den weiteren Vorteilen dieser Zuckerart gehört, dass sie nicht nur sehr fein gekörnt ist, sondern auch in gesundheitlicher Hinsicht einige Vorzüge mit sich bringt.  Der GI liegt hier nur bei niedrigen 35. Die daraus resultierenden Vorteile haben wir bereits beschrieben. Bei einem – verglichen mit Saccharose – nur sehr geringen Fructoseanteil ist Kokosblütenzucker stattdessen mit vielen Mineralien angereichert. Daraus lässt sich schließen, dass diese Zuckersorte kaum schädliche Nebenwirkungen für die Bauchspeicheldrüse hat. Sie gilt daher ebenfalls als sehr gesund.

Zuckeraustauschstoffe
Hinter den sogenannten Zuckeraustauschstoffen verbergen sich bekannte Namen wie Sorbit, Mannit, Xylit, Maltit, Isomalt oder auch Stevia. Sie sind jedoch nicht als Süßstoffe zu betrachten, da ihre Herkunft natürlichen Ursprungs ist.

Vielmehr bezeichnen Zuckeraustauschstoffe Kohlenhydrate mit süßem Geschmack, welcher allerdings nicht komplett an die intensive Süße von Haushaltszucker herankommt. Oftmals werden sie zusammen mit Süßstoffen gereicht, sodass man auch hier genauer hinschauen sollte. Die einzigen Ausnahmen bilden hier Xylit sowie Stevia, deren Süße fast an die eines Reinzuckers heranreicht. Nicht nur das: Stevia ist um ein Vielfaches süßer als normaler Haushaltszucker. Weiterhin sind der Stevia-Pflanze sogar gesundheitsfördernde Charakteristika zu eigen.

Grundsätzlich sind Zuckeraustauschstoffe deutlich kalorienärmer als herkömmlicher Zucker und gelangen nicht so schnell ins Blut. Darüber hinaus wird bei ihrem Transport und ihrer Verwertung kein Insulin ausgestoßen. Auch bilden sich nach dem Verzehr kaum Säuren, die die Zähne angreifen könnten. All diese Aspekte werfen ein sehr interessantes Licht auf die wohlschmeckenden Ersatzzuckerstoffe. Aus chemischer Sicht gehören Zuckeraustauschstoffe zu den sogenannten Zuckeralkoholen, die sich unter anderem auch in Obst, Gemüse oder Pilzen finden. Die industriell verarbeiteten Substanzen hingegen stammen nicht von Lebensmitteln, sondern werden aus Mais- und Weizenstärke hergestellt. Wurden hierfür aber weder Genmais noch gentechnisch veränderte Bakterien zur Aufspaltung der Zuckerbausteine verwendet, kann man Zuckeraustauschstoffe ohne Bedenken als sinnvolle Alternative zu den herkömmlichen Zuckersorten betrachten. Verzehrt werden sollten sie aber nur in kleinen Portionen, da sie ansonsten eine stark abführende Wirkung entwickeln können.

zuckerWir fassen zusammen
Es macht schon eine Menge Arbeit, um nun schlussendlich das gesündeste und werthaltigste Süßungsmittel zu finden. Würde es daher nicht mehr Sinn machen, sich den Konsum von Zucker nach und nach abzugewöhnen, um so die seltenen Momente des Schlemmens intensiver zu genießen? Leider ist dies nicht so einfach, wie man vielleicht denkt. Zum einen machen die süßen Leckereien schnell süchtig, zum anderen ist die Entwöhnung davon auch nicht gerade ein „Zuckerschlecken“. Jedoch kann schon ein Wechsel hin zu gesünderen Zuckersorten beziehungsweise eine Reduktion der bislang konsumierten Menge ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

Während des Lesens dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass fast keine der genannten Zuckerarten sonderlich gesund ist. Im Gegenteil – sie können sogar Krankheiten hervorrufen. Selbst Honig – eigentlich ein Naturprodukt – ist der Gesundheit nicht dienlich, wenn man ihn zu häufig und in zu großen Mengen verzehrt.
Für Pilze, Bakterien und Parasiten macht es keinen Unterschied, ob ihnen Nahrung in Form von natürlichem oder industriell hergestelltem Zucker dargereicht wird, da lediglich die Süße des Produkts ausschlaggebend ist.

Trotz allem wurden in diesem Artikel auch Zuckersorten vorgestellt, die nicht gesundheitsschädlich sind, wie beispielsweise die Zuckeraustauschstoffe Stevia und Xylit. Als wirklich unbedenklich dürfen jedoch nur jene Arten eingestuft werden, die in unverarbeiteten Lebensmitteln vorkommen. Auch zählen Kokosblütenzucker und Manuka-Honig zu den gesunden Süßungsmitteln. An dieser Stelle soll auch noch einmal besonders auf die gesundheitsfördernden Aspekte der Stevia-Pflanze hingewiesen werden. Wir würden uns freuen, wenn wir Ihnen die vielen Besonderheiten, die es rund um das Thema „Zucker“ zu beachten gibt, in diesem Artikel anschaulich erläutert haben. Weiterhin hoffen wir, Ihnen einen Anreiz sowohl zur genaueren Überprüfung der Inhaltsstoffe bei verpackten Lebensmitteln als auch zum weitestmöglichen Verzicht auf Fertiggerichte gegeben zu haben. All diesen Produkten wurden die beschriebenen ungesunden Zuckersorten zugesetzt.

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