Gesunder Schlaf

Schlafloses Deutschland

Viele Deutsche schlafen schlecht: Millionen Erwachsene leiden unter Schlafstörungen – mit teilweise schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Etwa 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung klagen über Schlafmangel; parallel dazu steigt der Missbrauch von Schlafmitteln.

gesunder-schlafDer Mensch funktioniert nur mit ausreichend Schlaf

Nach Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) leiden rund 7,4 Millionen Bundesbürger an wiederkehrenden Schlafstörungen. Sie können nicht durchschlafen, fühlen sich tagsüber matt und sind nur reduziert leistungsfähig.

In der aktuellen „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ befragten und untersuchten Forscher 7988 18- bis 79-Jährige. 70 Prozent der Befragten sagten aus, dass sie mehr als dreimal in der Woche nur schlecht einschlafen oder nicht richtig durchschlafen können. Hochgerechnet bedeutet das, dass über 50 Millionen Deutsche mit ihrem Schlaf unzufrieden sind.

Übermüdetes Deutschland

Die meisten Betroff enen, die über schlechten Schlaf klagen, leiden an Schlafl osigkeit. Für die Betroff enen ist es schwierig einzuschlafen und sie wachen nachts mehrfach auf. Die Hauptursachen für Schlaflosigkeit sind den Schlafstörende Lebensgewohnheiten, wie z.B. Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder Rauchen. Eine gestörte Schlafumgebung, Medikamente oder gesundheitliche  Einschränkungen, wie z.B. durch Krankheiten, die sehr vielseitig sein können. Sie reichen von der Herz- und Kreislaufstörung bis zu Depressionen.

Eine Studie bestätigt: Schlafmangel schädigt das Gehirn

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich das Gehirn im Schlaf selbst entgiftet. Dieses Entgiften ist offenkundig wichtiger, als bisher angenommen. Die Schlafzeit für das optimale Entgiften liegt laut den Wissenschaftlern bei sieben bis neun Stunden. Eine Studie im Fachmagazin „Science“ liefert die Erkenntnisse, dass das Gehirn im Schlaf überaus aktiv ist. Vorwiegend ist es damit  beschäftigt, giftige Nebenprodukte zu beseitigen, die sich im Laufe des Tages angesammelt haben. Was den Schlaf angeht befindet sich die Menschheit allerdings auf Abwegen. Die New York Times berichtete, dass die Menschen heute durchschnittlich zwei Stunden weniger schlafen, als noch vor 50 Jahren. In den USA leiden bis zu 70 Millionen Menschen an chronischen Schlafstörungen.

Wie viel Schlaf brauchen wir?

Schlafen ist extrem wichtig für das Formen und Festigen von Erinnerungen. Zu dem ist aus Untersuchungen ersichtlich, dass Schlafen eine zentrale Rolle bei dem Erstellen von neuen Verknüpfungen
zwischen Gehirnzellen spielt. „Wenn wir nicht gut schlafen, erlauben wir den Dingen, die neuronalen Verfall begünstigen, sich unkontrolliert aufzustapeln“, sagt Dr. Sigrid Veary, Schlaf-Forscherin an der Universität Pennsylvania. „Wenn wir Schlaf auslassen, könnten wir dem Gehirn irreparable Schäden zufügen, es vorzeitig altern lassen oder es verwundbarer machen“, so Veary weiter.

Was hilft bei Schlafstörungen?

Entspannen Sie sich vor dem Zubettgehen: keine Streitgespräche mehr, kein langes Fernsehen mit aufregenden Krimis, keine Aktenordner auf dem Nachttisch. Nehmen Sie lieber ein entspannendes Bad, lesen Sie, hören Sie Musik, machen Sie Entspannungsübungen. Finden Sie Ihr persönliches Einschlafritual. Dazu kann auch ein beruhigender Kräutertee oder das berühmte Glas Milch gehören. Schaffen Sie sich ein richtiges Schlafzimmer. Dazu gehört, dass der Raum ausreichend dunkel, ruhig und gut belüftet ist, die Temperatur nicht über 18 Grad beträgt. Eine gute Matratze verhindert viele Verspannungen und Schmerzen.

Studie belegt: Handystrahlung verursacht Schlafstörungen

(Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 2008)
Eine vom Mobile Manufacturers Forum, einer Organisation namhafter Handyhersteller, in Auftrag gegebene Studie legt nahe, dass die Strahlung von Mobiltelefonen negative Eff ekte auf den menschlichen Körper haben kann (www.mmfai.org).

Die Studie ergab, dass die Verwendung von Mobiltelefonen vor dem Schlafengehen die Qualität des Schlafs beeinträchtigt und Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sowie Depressionen auslösen kann, berichtete die Zeitung „The Independent“.

Durchgeführt wurde die Studie vom Karolinska-Institut und der Uppsala-Universität in Schweden gemeinsam mit der Wayne State University in Michigan, USA. Die Wissenschaftler untersuchten 35 Männer und 36 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren. Eine Teilnehmergruppe wurde einer Strahlung von 884 MHz ausgesetzt, die der von Mobiltelefonen entspricht, eine andere Gruppe wurde unter den gleichen Rahmenbedingungen keiner Strahlung ausgesetzt. Die Studienteilnehmer der ersten Gruppe brauchten länger, um in die erste Tiefschlafphase zu gelangen, und blieben kürzer in der tiefsten Phase. Die Forscher vermuten, dass die Strahlung das Stresssystem des Gehirns aktiviert und dadurch Menschen konzentrierter werden lässt, was zu Schlafproblemen führt. Die Methodologie der Studie wurde zwar unter anderem von den Auftraggebern kritisiert, andere Studien über dieses Phänomen kamen jedoch zu ähnlichen Ergebnissen.

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