Plastikmüll

Plastik – billig und unverdaulich

Die ehemals hoch gelobte Errungenschaft des letzten Jahrhunderts kommt der Menschheit und dem Planeten teuer zu stehen. Die Folgen der nicht enden wollenden Plastikproduktion sind  verheerend. Plastik ist unvergänglich und für Mensch und Natur unverdaulich!

Plastikberge ohne Ende. Ein effektives Recycling ist so gut wie unmöglich, da jeder Kunststoff mit unterschiedlichen Rezepturen hergestellt wird. Daher wandert der Großteil nach China, wo Fleece-Pullover und ähnliches hergestellt werden.

Plastikberge ohne Ende. Ein effektives Recycling ist so gut wie unmöglich, da jeder Kunststoff mit unterschiedlichen
Rezepturen hergestellt wird. Daher wandert der Großteil nach China, wo Fleece-Pullover und
ähnliches hergestellt werden.

Als 1905 der erste industriell produzierte Kunststoff des belgischen Chemikers Leo Hendrik Baekeland hergestellt wurde, glaubte die Menschheit einen riesigen Fortschritt errungen zu haben. In der Tat begann der Siegeszug des Plastiks. Heute, etwas mehr als 100 Jahre später, gibt es auf dem Erdball so gut wie nichts, was nicht von Plastik oder seinen Abfallprodukten durchdrungen ist. Unglücklicherweise ist der menschliche Organismus genauso davon betroffen, wie die entlegendsten Gebiete der Arktis.

Aufgrund der weltweiten Verpestung durch Kunststoff ist der vermeintliche Nutzen, den Plastik in unterschiedlichsten Bereichen durchaus aufzuweisen hat, gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit so gut wie zu vernachlässigen. Der große Fehler bei der Herstellung von Plastik besteht darin, dass man sich zu Beginn des Produktionszykluses noch keine Gedanken über das Ende, sprich die  Entsorgung, gemacht hat. Und so treten nun die Schattenseiten von Plastik immer drastischer zu Tage.

Problem Nr. 1:

Plastik wird nicht wie natürliche Produkte abgebaut und bleibt deswegen für die Erde und deren Lebewesen für immer unverdaulich. Plastik zerbröckelt zwar im Laufe der Jahre in immer kleinere Bestandteile, aber auch diese bleiben für immer unverdaulich, egal wie klein sie auch werden. Die negativen Auswirkungen davon sind an den Stränden der Meere sichtbar. Dort verenden immer mehr Wasservögel. Todesursache: verhungert bei vollem (Plastik-) Magen. Die Tiere fressen bunte Plastikteilchen. Diese sehen vielleicht noch appetitlich aus, haben aber für die Tiere leider keinen Nährwert. Wenn der Plastikmüll noch mehr zerbröckelt, finden wir ihn in den Weltmeeren wieder, wo er wie Plankton im Wasser schwimmt und als solcher von den Meeresbewohnern verzehrt wird. Mit fatalen Folgen für die gesamte Nahrungskette. Da die Plastikteilchen-Konzentration sechsmal so hoch ist wie die von Plankton, nehmen die Meeresbewohner mehr Plastik als Plankton auf! Da sich im Meer Schwermetalle an die Plastikpartikel heften, landen diese zunächst in der Nahrungskette der Meerestiere und schließlich in letzter Instanz in der des Menschen.

Im Supermarkt finden wir so gut wie kein Regal ohne Plastik. Da verwundert es nicht, dass der Plastikabfall in Deutschland bei rund 60 kg im Jahr pro Kopf liegt.

Im Supermarkt finden wir so gut wie kein Regal ohne Plastik. Da verwundert es
nicht, dass der Plastikabfall in Deutschland bei rund 60 kg im Jahr pro Kopf liegt.

Problem Nr. 2:

Abgesehen von der Unverrottbarkeit stellt uns Plastik vor ein noch wesentlich ernsthafteres Problem. Bereits vor einigen Jahren stellte man fest, dass sich bei Fischen, Schnecken und Reptilien Missbildungen an den Fortpflanzungsorganen gebildet haben. Forschungen belegten, dass dies auf die hormonähnliche Wirkung von Plastikzusatzstoffen wie Bisphenol A (BPA) zurückzuführen ist. Zwar ist BPA seit einiger Zeit in Babyflaschen und Kinderspielzeug verboten, dennoch werden allein in der EU immer noch jährlich 640 000 Tonnen in Plastikprodukten verarbeitet. Das als Scheinhormon geltende BPA wirkt im menschlichen Organismus wie Östrogen und kann so z.B. eine vergrößerte Prostata, geringere Spermienkonzentration oder verfrühte Pubertät hervorrufen. In kommunalen deutschen Kläranlagen wurde die Zunahme von BPA im Klärschlamm, im Sickerwasser und teilweise auch im Trinkwasser vermehrt nachgewiesen.

Problem Nr. 3:

Plastik ist nicht gleich Plastik. Jeder Hersteller verwendet für seine Produktion eigene Zusatzstoffe und hat geheime Rezepturen. Dadurch wird ein sinnvolles Recycling so gut wie unmöglich. Jedes Land auf der Erde hat andere Bestimmungen und erlaubt andere Zusatzstoffe. Ein Mix verschiedener Kunststoffe bringt zwangsläufig verbotene und krankmachende Zusatzstoffe wie Weichmacher oder Flammschutzmittel wieder in Umlauf. Eine Kennzeichnungspflicht könnte dazu beitragen, dass Plastik in hohem Maße recycelt werden könnte. Eine bessere Alternative besteht in neuen Materialien wie Bioplastik, welches kompostiert werden kann.

DVD Tipp:

»Plastic Planet«
Autor: Werner Boote
Studio: EuroVideo Medien GmbH
Spieldauer: 95 Minuten
ASIN: B003V8G4VW

zu finden unter EU-Umweltakademie:

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