Phonegate: Dagegen ist der Diesel-Skandal Kleinkram

Im letzten Jahr mussten in Frankreich Hunderte von Smartphones vom Markt genommen werden. Der Grund: Eine Prüfung der französischen Bundesnetzagentur ergab, dass die SAR-Werte zahlreicher Smartphone-Modelle deutlich über dem zulässigen SAR-Wert lagen. Aufgedeckt hatte das Ganze die französische Organisation PhoneGate Alert, deren Gründer Dr. Marc Arazi den Mobilfunk-Skandal im Oktober 2019 auf einer internationalen Mobilfunk-Konferenz präsentierte.

Mobilfunkstrahlung ist sicher, so die weit verbreitete Meinung. Doch die Veröffentlichungen von Phonegate Alert zeichnen ein ganz anderes Bild: Hunderte von Mobilfunk-Geräten überschreiten den zulässigen SAR-Grenzwert, teilweise um mehr als 200 Prozent. Der französische Arzt Dr. Marc Arazi, der PhoneGate Alert 2018 gründete, kämpft seit über einem Jahr für die Veröffentlichung eines Mobilfunk-Skandals mit weitreichenden Folgen für alle Nutzer. Vor allem wenn man bedenkt, dass allein in Deutschland 81 Prozent der Bevölkerung ein Smartphone besitzen.

Vom 3. bis 6. Oktober 2019 fand in Mainz eine internationale Konferenz zum Thema „Biologische Wirkungen des Mobilfunks“ statt. Zahlreiche international renommierte Referenten informierten über den Stand der Risiko-Forschung, über Risiken der Strahlenbelastung für die Zukunft des Lebens und über die politische und juristische Situation. Einer der wichtigsten Beiträge auf diesem Symposium war die Präsentation von Dr. Marc Arazi, dem Präsidenten der PhoneGate Alert Association.

Phonegate: Ein Skandal mit weitreichenden Folgen

Das Thema des französischen Arztes ist die globale Bedrohung der Gesundheit durch Handynutzung. Zum einen prangert er die Hersteller von Smartphones an, die Kunden nicht ausreichend zu informieren: Niemand weist die Nutzer explizit darauf hin, dass sie ihr Handy nicht nah am Körper tragen sollten. Hinweise zum Mindestabstand des Smartphones zum Körper finden sich nur versteckt in den Gebrauchsanweisungen des jeweiligen Modells. Und das, obwohl unzählige Studien die negativen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung z.B. im Bereich der Fruchtbarkeit oder Krebsentwicklung belegen. Selbst das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät in seinen Empfehlungen zur Handy-Nutzung zu einem Mindestabstand vom Körper.

Die ständige Strahlenbelastung führt zu Zellstress im Körper und kann schlimme Folgen haben: Ein Anstieg der Stresshormone, oxidative Organschäden, Unfruchtbarkeit sowie Tumorerkrankungen. Das Risiko für all diese Beschwerden wächst, denn: Je näher das Handy am Körper getragen wird, umso schädlicher wirken sich die Mikrowellen aus. Eine gute Übersicht der aktuellen Studienlage zu Schäden durch Mobilfunk- und auch WLAN-Strahlung finden Sie in unserem Artikel zum Thema 5G.

Seit mehr als 20 Jahren nun werden Mobiltelefone verkauft ohne auf die Gefährdung der Gesundheit durch die Strahlenbelastung hinzuweisen. Aktuell kommt hinzu, dass so gut wie alle Hersteller die Grenzwerte in fast allen Ländern überschreiten, ohne Konsequenzen für die Industrie. Somit ist dieser Skandal vergleichbar mit der Diesel-Affäre, aber aufgrund der Milliarden Nutzer auf dieser Erde noch weitreichender einzustufen.

SAR-Grenzwerte – wen interessiert’s?

SAR ist die Abkürzung für die spezifische Absorptionsrate und ein Maß für die Absorption von elektromagnetischen Feldern in einem Material. Sie führt stets zu dessen Erwärmung. Häufig wird bei Mobiltelefonen ein SAR-Wert angegeben. Je kleiner der SAR-Wert ist, desto geringer wird das Gewebe durch die Strahlung erwärmt. Der empfohlene oberste Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Mobiltelefone liegt bei 2,0 W/kg.

Die französische Bundesnetzagentur, die French National Frequencies Agency (ANFR), hat 531 Mobiltelefone auf seine SAR-Werte getestet. Ob Nokia, Blackberry, Apple, HTC und viele weitere – die meisten lagen deutlich über dem europäischen Grenzwert. Wie auch folgende Grafik zeigt:

Unrealistische Dauer

Die festgelegten Grenzwerte gelten außerdem für eine „Bestrahlung“ über einen Zeitraum von sechs Minuten. Aber: Wer benutzt sein Smartphone für nur sechs Minuten? Eine Studie von Telefonica aus dem Jahr 2019 zeigt, dass die durchschnittliche Nutzung von Smartphones bei 2,1 Stunden liegt – bei den 18- bis 29-jährigen sind es sogar länger als vier Stunden täglich! Bei einer Studie aus dem Jahr 2016 gaben zudem 60 Prozent der Nutzer an, Ihr Smartphone nachts auf dem Nachttisch zu haben, 23 Prozent legen es sogar unters Kopfkissen!

Warnungen vom Californian Department of Public Health

Im Dezember 2017 veröffentlichte das kalifornische Gesundheitsamt folgende Empfehlungen:

  • Halte das Smartphone weg vom Körper
  • Möglichst keine Nutzung bei schwacher Verbindung
  • Vermeide lange Downloads oder Streaming mit dem Handy
  • Lass das Mobiltelefon außerhalb des Schlafraumes in der Nacht
  • Benutze keine Kopfhörer, wenn Du nicht telefonierst

Ebenso veröffentlicht die Wiener Ärztekammer immer aktuell ähnliche Tipps und das schon seit 10 Jahren.

Auch memon bietet Checklisten mit wirksamen Maßnahmen zum Schutz vor Elektrosmog und Handystrahlung an:

Erste Rückrufe von Smartphones in Frankreich

Mit den Testergebnissen der ANFR wandte sich PhonegateAlert schließlich an die französische Regierung. Mit Erfolg: Im April 2018 wurden erstmals 100.000 Mobiltelefone des Modells Hapi 30 von Mobiwire vom Markt genommen. Im Mai folgten weitere Modelle wie NEFFOS X1, LEAGOO S8 und Allview X4 Soul Mini S. Mittlerweile betrifft es auch weitere große Hersteller auf dem französischen Markt wie Alcatel, Huawei, Logicom, u.v.m.  In Kanada wurden im Juli 2018 die Verkäufe des Alcatel U50 gestoppt – ebenso wegen Grenzwert Überschreitung. Problematisch sieht Dr. Marc Arazi den Schwarzmarkt, der in Europa ausschließlich in Frankreich und den Niederlanden Kontrollen unterliegt. Hier werden Smartphones aller Art ohne jeglichen Hinweis auf die schädigenden Auswirkungen an potentielle Kunden verkauft.

Welche Smartphones sollten eigentlich zurückgerufen werden?

Gemäß den Untersuchungen der Phonegate Alert Assoziation sollten Hunderte Smartphones vom Markt genommen werden. Allein Samsung müsste 34 seiner Modelle vom Markt nehmen, aber auch viele weitere Hersteller überschreiten bewusst und bisher ohne große Folgen den in Europa vorgegebenen SAR-Grenzwert von 2 W/kg. Folgende Grafik zeigt welche Hersteller wie viele Modelle aktuell vertreiben, die oberhalb des SAR-Grenzwertes liegen:

Bild-Quelle: Dr Arazi’s Präsentation bei der internationalen Konferenz zum Thema „Biologische Wirkungen des Mobilfunks“ in Mainz im Oktober 2019

Der Phonegate Skandal sollte die 5G-Entwicklung aufhorchen lassen

Dr. Arazis Anliegen mit seinen Untersuchungen ist es vor allem, den Konsumenten darüber die Augen zu öffnen, mit welcher Macht die Mobilfunk-Industrie auf Kosten unserer Gesundheit Billionen verdient. Dabei ist der Einfluss, den diese technische Revolution auf jeden von uns hat sehr tiefgreifend und folgenreich. Laut einer im August veröffentlichten Statistik wir der Smartphone-Umsatz im Jahr 2019 schätzungsweise 1,5 Milliarden US-Dollar betragen.

Der Umsatz beim Mobilfunk im Jahr 2019 beträgt bereits jetzt schon über 1,35 Billionen US-Dollar. Allein der Smartphone-Bereich kommt hier auf weitere 522 Milliarden US Dollar.

Nun ist auch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene gefragt die gesundheitlichen Schäden zu begrenzen. Hersteller von Mobiltelefonen, die die Grenzwerte überschreiten müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Vergleichbar mit dem Diesel-Skandal, wird auch hier die betroffene Industrie mit Milliarden-Schäden rechnen müssen.

Die originale Präsentation von Dr. Arazi können Sie sich in Englisch auf der Homepage von Phonegate-Alert ansehen:

Das Wachstum der zunehmenden Digitalisierung ist historisch und weltweit einmalig. Jedem Menschen muss klar sein, dass das fatale Folgen für Mensch, Natur und Umwelt hat. memon rät seit jeher zu einem bewussten Umgang mit der modernen Technologie: Vermeiden wo es möglich ist und sich vor den verbleibenden Belastungen mit memon schützen. So finden Sie auf unser Webseite zum Beispiel eine Checkliste die 19 wirksame Maßnahmen zur Vermeidung von Elektrosmog enthält.

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Schützen Sie sich jetzt, Ihre Zellen werden es Ihnen danken!

Bereits 2016 erhielt memon als erstes Unternehmen ein Qualitätssiegel für zellbiologische Wirksamkeit bei hochfrequenter Strahlung (Elektrosmog). Eine vom biochemischen Leiter des Dartsch Scientific Institutes, Prof. Dr. rer. nat. Peter C. Dartsch, durchgeführte Studie bestätigte den wirkungsvollen Schutz der menschlichen Zellen vor den Belastungen hochfrequenter Strahlung.