PET-Flaschen Gruppenfoto

PET Flaschen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Sie sind leicht, machen einen sauberen Eindruck und können selbst Kleinkindern in die Hand gegeben werden, ohne dabei Angst haben zu müssen, das was zu Bruch geht. Es gibt ein ganzes Bouquet von Vorteilen gegenüber der herkömmlichen Glasflasche. Die werden aber durch etliche Problemstellen schnell wett gemacht. PET-Flaschen werden aus Erdöl gefertigt, ihre Oberflächen müssen speziell veredelt werden und sie sondern im Laufe der Zeit Schadstoffe ab, die den Trinkgenuss schnell trüben können. Natürlich Gesund vergleicht die gute alte Glasflasche mit PET.

Die meisten PET-Flaschen wandern, in Würfel gepresst, als wertvoller Rohstoff nach China

Die meisten PET-Flaschen wandern, in Würfel gepresst, als wertvoller Rohstoff nach China

Selten haben wir einer Sache, die im Grunde nicht gut zu heißen ist, so viel Positives abgewinnen können. Schließlich hat sich das einstige Sorgenkind PET (Polyethylenterephthalat) dank Dualem System und Flaschenpfand zu einer sauberen und für einige sogar sehr profitablen Lösung gemausert. Das sollte dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die PET-Flasche gravierende Mängel für das Ökosystem der Erde und für die Gesundheit des Menschen im Gepäck hat.

Ein großes Manko ist sicherlich die Herstellung aus dem kontinuierlich knapper werdenden Rohstoff, Erdöl. Klarer Pluspunkt für die Glasflasche. Sie besteht aus natürlichen Rohstoffen wie Quarzsand und diversen Zusatzstoffen wie Soda, Kalk oder Feldspat um nur einige zu nennen. Diese Komponenten sind nahezu unbegrenzt und lassen sich einfach und umweltschonend fördern.

Weichmacher attackieren Gesundheit

PET-Flaschen enthalten Weichmacher und Stabilisatoren. Das Problem: sie können sich aus dem Kunststoff lösen und in das Getränk übergehen. Die Wissenschaft hat klare Indizien dafür, dass diese Weichmacher im Verdacht stehen, hormonelle Nebenwirkungen auszulösen was sich in Fertilitätsstörungen (Unfruchtbarkeit) und/oder erhöhter Krebsgefahr äußern kann. Auf diese „weich macher” kann die Glasflasche verzichten. Klarer Punktsieg Glasflasche.

PET Flaschen lassen stark nach

PET-Flaschen kommen nicht ohne zusätzliche Beschichtung mit gasundurchlässigen Materialien aus. Meist sind das Harze, neuerdings auch eine dünne Glasschicht. Nur so sind sie für die Aufnahme von kohlensäurehaltigen Getränken geeignet. Auf dauer kann der Kunststoff der aggressiven Kohlensäure nicht widerstehen. Außerdem ist bei der PET-Flasche mit einer kontinuierlichen Ausdünstung zu rechnen. Einer der Gründe, warum Getränke in PET-Flaschen eine wesentlich niedrigere Haltbarkeit haben als in Glasflaschen. Dass diese Ausdünstungen den Geschmack verfälschen, versteht sich von selbst. Punktsieger Glasflasche. Diese Ausdünstungen haben im übrigen noch weitere Konsequenzen. Nach einer Studie des Instituts für Umwelt-Geochemie der Universität Heidelberg stehen die PET-Flaschen im Verdacht, Antimon an das Getränk abzugeben. Antimon ist ein potentiell toxisches Schwermetall. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Verunreinigung mit Antimon in einem zeitlichen Zusammenhang steht. Mit zunehmender Verweildauer des Getränks in der Plastikflasche erhöht sich die Antimon-Konzentration um den Faktor 100. Klarer Pluspunkt Glasflasche!

Recyclingzyklus der Flaschen

PET-Flaschen werden maximal fünfzehn Mal wiederverwendet, ehe sie sich in China in einen schicken Fleece-Pullover verwandeln können. Häufig finden die Flaschen bereits nach der ersten Verwendung nicht mehr den Weg zurück in die Läden. Glasflaschen werden in der Regel mindestens fünfzig Mal wieder befüllt. Die Reinigung der PET-Flaschen ist auf Spülmittel ausgelegt, welche zwangsläufig die Oberfläche angreifen und aufrauen. Somit bietet sie Mikroorganismen einen nicht zu unterschätzenden Nährboden. Bakterien, Blaualgen oder Pilze können mit dieser Oberfläche gut leben. Unproblematisch ist hingegen die Reinigung von Glasflaschen. Auch der Punkt geht ans Glas.

Die Ökobilanz

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor in der Betrachtung ist heutzutage auch die Ökobilanz eines Artikels. Wieviel Ressourcen werden verbraucht, welche, wo kommen die Materialien her? All diese Dinge fließen in die Ökobilanz und in den CO2-Ausstoß mit ein. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Lebensmitteltechnologie und Verpackung schneidet die PET-Flasche hinsichtlich des Energiebedarfs im Vergleich mit der Glasflasche bis hin zur Entsorgung besser ab. Punkt für PET? Jein! Wir bezweifeln, dass bei dieser Bewertung auch sämtliche oben genannten Kriterien mit eingeflossen sind. Nach Insiderinformationen kommen in Deutschland jährlich etwa 800 Millionen PET-Flaschen in den Handel. Davon gehen Jahr für Jahr ca. 500 Millionen (!) PET-Flaschen nach China. Die chinesische Industrie hat einen ungeheueren Rohstoffbedarf. Der Import von Kunststoffen ist zudem billiger als die Produktion.

So schlägt der Transport von Rohstoffen nach China auf der einen Seite und der Verkauf der Endprodukte z.B. Kunstfaser-Pullover aus China in die andere Richtung mit einer enorm negativen Energiebilanz zu Buche. Schlimmer aber ist die unnötig hohe Neuproduktion von PET-Falschen, die im Vergleich zum Verbrauch um ein Vielfaches höher liegt, als es eigentlich sein müsste.

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