Palmöl: Pflanzlich, aber schädlich

Palmöl: Pflanzlich, aber schädlich

Kennen Sie Palmöl? Nein? Wir können Sie beruhigen: Sicher haben Sie schon Produkte mit Palmöl gekauft und diese auch gegessen oder verwendet. Denn, in fast jedem zweiten Produkt des Alltags ist Palmöl enthalten. Der Löwenteil findet sich in Lebensmitteln wieder: In Keksen, Fertigsuppen, Eiscreme, Schokoriegel und Fritierfett. Der geringe Rohstoffpreis macht das Palmöl für die Nahrungsmittelindustrie so interessant. Aber, der massive Eingriff in die Natur zerstört die Regenwälder der Erde.

Erika Felder, Geschäftsführerin EU-Umweltakademie

Erika Felder, Geschäftsführerin EU-Umweltakademie

Günstig herzustellen und leicht zu verarbeiten

Die Ölpalme stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Westafrikas, mittlerweile wachsen die Pflanzen aber in allen Regionen der Tropen. Palmöl ist günstig herstellbar, vielseitig und leicht zu verarbeiten. Wegen seiner Zusammensetzung ist der Rohstoff bei der Nahrungsmittelindustrie mehr als beliebt.

Weltweit boomt Palmöl: Der Regenwald stirbt.
Im Jahr 2011 wurden 54 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Für die riesigen Monokulturen der Ölpalmen wird Regenwald gerodet. Doch nicht nur die wertvollen Baumriesen sterben, sondern auch seltene, wunderschöne Tiere verlieren ihren Lebensraum, wie die Orang-Utans, Tiger und Nashörner. Sollte ihr Lebensraum weiter so eingeschränkt werden, dann könnten sie bald vollkommen aussterben.

Palmöl bedeutet Elend für die Menschen.
Der Palmöl-Boom bedroht aber auch die in den Regenwaldgebieten lebenden Menschen, da ihre Lebensgrundlagen und ihre Kultur zerstört werden. Kleinbauern und Ureinwohner werden von ihrem angestammten Land vertrieben. Allein in Indonesien, wo 45 Millionen Menschen in Wäldern leben, gehen zirka 5.000 Land- und Menschenrechtskonflikte auf das Konto der Palmölindustrie. 2009 hat die Weltbank ein weltweites Palmölmoratorium verhängt, nachdem sie 30 Jahre lang die Ausbreitung der Ölpalmen mit Milliardenbeträgen finanziert hatte.

Aus den Kernen der Palmen wird das Palmöl gewonnen. Im Jahr 2011 wurden 54 Millionen Tonnen produziert.

Aus den Kernen der Palmen wird das Palmöl gewonnen. Im Jahr 2011 wurden 54 Millionen Tonnen produziert.

Palmöl macht krank.
Palmöl besteht fast zur Hälfte aus gesättigten Fettsäuren, die hohe Cholesterinwerte und Herzkrankheiten verursachen können und als „Dickmacher “ verschrien sind. Palmkernöl, das gerne für Kakaoglasuren und Eiskonfekt verwendet wird, besteht sogar zu 80 Prozent aus gesättigten Fettsäuren.

Daneben enthält Palmöl sogenannte Fettsäureester (Triglyceride), die als krebserregend gelten. Vor allem bei raffiniertem Palmöl, ein Bestandteil von Säuglingsmilchnahrung, sind die Schadstoffkonzentrationen hoch. Auch die beliebten Nuss- Nougat- und Schoko- Brotaufstriche enthalten meist sehr viel Palmöl. Kinder sind besonders gefährdet, da ihr Körpergewicht im Verhältnis zur aufgenommenen Schadstoffmenge gering ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor der Aufnahme der Palmöl-Schadstoffe.

Aufgrund des zunehmenden öffentlichen Drucks haben einige Firmen verkündet, in Zukunft weitgehend auf Palmöl verzichten zu wollen und ihre Produktion umzustellen.

Nutzen Sie dieses Wissen jetzt und lesen Sie die Verpackungen und die Inhaltsstoffe bei Ihrem Einkauf genau. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

1 Antwort
  1. Marina sagte:
    Im Gegensatz dazu, was im Artikel gesagt wird, enthält Palmöl kein Cholesterin. Pures rotes Palmöl ist sogar dank Vitaminen A und E einer der antioxidativsten Stoffen. Palmöl ist also weder gut noch schlecht: es ist einfach ein Pflanzenöl. Es ist eigentlich ein Produkt, das in Afrika und Südamerika traditionell gekocht wird.

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