Neuer Brennpunkt: US-Studie bestätigt Risiken für Kinder

Mikrowellenstrahlung: Risiken für Kinder

Bei einer ganz speziellen „Obstsorte“ aus Cupertino/Kalifornien geraten Smartphone-Fans regelmäßig in Verzückung. Doch im Gegensatz zu einem Golden Delicious oder Granny Smith warten diese „Apples“ nicht mit Vitaminen, sondern neben technischen Features leider auch mit Mikrowellenstrahlung auf. Eine US-Studie belegt nun, welchen Gefahren Kinder durch Smartphones, TabletPCs und WLAN ausgesetzt sind.

US-Studie bestätigt Risiken der Mikrowellenstrahlung für Kinder

US-Studie bestätigt Risiken der Mikrowellenstrahlung für Kinder

Eine US-Studie für den gesunden Menschenverstand

Auf so praktische Helfer wie Smartphone und Co. möchte heute kaum einer verzichten – das muss auch nicht sein. Doch wer sich mit der Studie von Lloyd Morgan, Santosh Kesari und Devra Lee Davis befasst, die „Diagnose-Funk“ in ihrer Reihe Brennpunkt in deutscher Übersetzung veröffentlicht hat, muss sich die Frage stellen, ob Eltern, die ihren Nachwuchs mit einer iPad-Babyrassel beruhigen wollen, nicht selbst leicht „verstrahlt“ sind. Da Eltern ihren Kindern stets Gutes tun wollen, kann so ein Verhalten eigentlich nur auf mangelnde Aufklärung zurückzuführen sein. So sind hier die wichtigsten Erkenntnisse der Studie für den verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones, TabletPCs und WLAN zusammengefasst.

Warum Kinder Mikrowellenstrahlung stärker absorbieren als Erwachsene
Die Studie zeigt, dass Kinder Mikrowellenstrahlung (MWS) stärker absorbieren als Erwachsene, da die Haut- und Knochenschichten dünner sind und der Abstand zur Strahlungsquelle geringer ist. Im Vergleich zu den Erwachsenen absorbiert der Hippocampus und der Hypothalamus bei Kindern 1,6 bis 3,1-mal so viel MWS, das Kleinhirn 2,5-mal so viel und das Knochenmark sogar 10-mal so viel. Auch die Augen von Kindern sind stärker belastet. Föten reagieren gegenüber MWS noch weitaus empfindlicher. Mikrowellenstrahlung gehört zur Gruppe 2 B der Karzinogene. Da die Latenzzeit zwischen der ersten Exposition und der Diagnose eines Tumors Jahrzehnte betragen kann, werden Tumoren, ausgelöst im Kindesalter, nicht selten erst im Erwachsenenalter diagnostiziert.

Mikrowellenstrahlung und die Konsequenzen für Föten und Kinder
Studien an der Yale University School of Medicine weisen darauf hin, dass Mikrowellenstrahlung neuronale Funktionen beeinflussen und synaptische Übertragungen beeinträchtigen kann. Während der Schwangerschaft wurden Mäuse einer Mobilfunkstrahlung ausgesetzt. Eine Kontrollgruppe wurde unter gleichen Bedingungen gehalten, jedoch ohne aktiviertes Funktelefon. Im Anschluss glichen die Verhaltenssymptome des tierischen Nachwuchses aus der ersten Gruppe denen menschlicher Kinder mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung). Bei der für den Menschen so wichtigen Myelinisierung werden Nerven von einer „Isolationsschicht“ umgeben, die eine schnelle Reizweiterleitung unterstützt. Die erste Lage entwickelt sich beim Menschen ab dem 4. Schwangerschaftsmonat und setzt sich bis ins Jugendalter fort. Gleich zwei Studien berichten von der Degeneration der Myelinscheide nach der Befeldung mit MWS.

Messmethoden in der Kritik
Wie die aktuelle Studie zeigt, liegt die Crux des zu ermittelnden SAR-Wertes (SAR = spezifische Absorptionsrate) bereits in der Messmethode. Die US-Telekombehörde setzt hierbei überwiegend auf SAM (Specific Anthromorphic Mannequin). Dabei handelt es sich um einen Phantomkopf aus Kunststoff, der einer Norm aus dem Jahr 1989 entspricht. Der Kunststoffkopf wird mit einer Flüssigkeit gefüllt, die den Absorptionseigenschaften eines durchschnittlichen Erwachsenenkopfes mit seinen 40 verschiedenen Geweben entsprechen soll. Nach dem Einführen einer Feldsonde ins Kopfinnere wird an einer Seite des Phantomkopfes ein Handy angebracht und die Feldstärke gemessen. Daraus werden die räumlichen Spitzenwerte der Absorption auf 1 g Gewebe berechnet. Liegt der ermittelte SAR-Wert bei höchstens 1,6 W/kg, wird das Handy für den Verkauf freigegeben. Dabei findet die Schwankungsbreite des SAM-Verfahrens von ±30 % keine Berücksichtigung. Zudem, die Grenzwerte aus dem Jahr 1996 gelten inzwischen als überholt, da sie auf der falschen Annahme beruhen, nur die kurzzeitige Wärmeeinwirkung der MWS könnte Schäden verursachen. Langzeitwirkungen und nichtthermische Wirkungen werden außer Acht gelassen. Im Gegensatz dazu ist wohl keine andere negative Auswirkung der MWS so gut dokumentiert wie die Schädigung der Spermien.

Die Sache mit der digitalen Demenz
Digitale Demenz bedeutet nicht, dass Computer „dumm machen“. Im Gegenteil, „intelligente“ Computerspiele können das Denkvermögen durchaus schärfen. Die „digitale“ Demenz bezieht sich in erster Linie auf die Schädigung des Gehirns durch Mikrowellenstrahlung. Bei aller Kritik in puncto MWS wäre es nicht fair, den PC allein verantwortlich für ein Defizit an kognitiven, emotionalen oder sozialen Fähigkeiten zu machen. Wenn Eltern ihre Kids schnappen und mit ihnen die „Gegend unsicher machen“, bleibt der PC gerne mal aus. Auch muss sich keine Schwangere Vorwürfe machen, wenn Sie kurz zum Handy greift und sich mit der besten Freundin austauscht. Längere Gespräche sollten dann zum Wohl aller Beteiligten gemeinsam bei einer gemütlichen Tasse Tee oder Kaffee stattfinden – macht ja auch mehr Spaß. Auf jeden Fall gilt: Handys und Co. sollten für Babys, Kleinkinder und Grundschüler tabu sein. Später bewahrt ein bewusster Umgang mit den kleinen Hochleistungscomputern Teenager und Erwachsene vor körperlichen Schäden: Beim Telefonieren Ohrstöpsel mit Bluetooth nutzen. Handys niemals direkt am Körper tragen – darauf verweisen selbst die Hersteller. Bei Tablets oder Laptops ist sogar ein Mindestabstand von 20 cm vorgesehen. Angesichts der Tatsache, dass diese Strahlungsquellen in der Regel auf dem Bauch oder Schoß platziert, von der Couch aus genutzt werden, sollte das zum Nachdenken anregen. Wer sich mit der Studie näher befassen und z. B. über ein iPod-Babyklo wundern will, wird hier fündig.

Quelle:
diagnose-funk.de

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