Erschöpfung durch negative Umwelteinflüsse

Macht Büroluft krank? Feinstaub am Arbeitsplatz

Feinstaub schädigt immer, auch im Büro, sagt Experte Achim Stelting, Vorsitzender der Internationalen Stiftung nano-Control, die sich für gesunde Raumluft engagiert. Sie informiert die Öffentlichkeit, setzt sich für die Erforschung und Beseitigung der Risiken ein und hilft geschädigten Menschen – unabhängig und gemeinnützig. Vor allem gefährliche Schadstoffe, Feinstäube und Nanopartikel aus Laserdruckern und Kopierern belasten unsere Atemluft und können schwer krank machen.
Achim Stelting weiß, wovon er redet und mahnt zur Vorsicht!

Schnupfen. Dauerschnupfen. Chronischer Husten.

Feinstaub

Schädigung durch Toner?

Es war im Mai 1990, als Achim Stelting plötzlich einen Schnupfen bekam, der trotz Behandlung nicht abklang. Als quälender Reizhusten dazu kam, suchte Stelting einen Lungenfacharzt auf. Die Diagnose lautete Asthma bronchiale! Eine Ursache fand man aber lange nicht.
Erst nach zwei Jahren, nachdem einer seiner Kollegen immer krank wurde, wenn er den Lagebericht der Polizei gedruckt hatte, geriet der Laserdrucker unter Verdacht. Da waren schon sieben von dreizehn Kollegen erkrankt. Dank akribischer Tatortarbeit und mit Hilfe von Experten und Gutachtern konnte zweifelsfrei geklärt werden, dass tatsächlich die Stäube aus dem Laserdrucker die chronische Atemwegserkrankung ausgelöst hatten. Die Sache wurde als Berufskrankheit anerkannt. Zwei Jahre später wurde Stelting wegen Dienstunfähigkeit frühpensioniert. Weil er kein Einzelfall war, begann er mit Recherchen.

„Eine erste staatliche Studie zeigte schon 2006, dass in deutschen Büros eine Feinstaubgrundbelastung von 50 µg/m3 besteht. Wenn draußen Fahrverbote drohen, schalten wir in den Büros erst die Drucker ein“, sagt Stelting.
Moderne Laserdrucker blasen durchschnittlich über 2 Milliarden Partikel pro Seite in die Luft und darunter oft auch krebserregende Schadstoffe aus den Tonern. Die Nanopartikel sind so winzig, dass sie ins Blut und in die Zellen der Organe eindringen können. Er zeigt als Beweis Bilder von Einlagerungen in Lungenzellen und Bauchfell von Patienten. Wissenschaftliche Studien zeigen inzwischen weltweit, dass es zu Entzündungen, allergischen Reaktionen und zellschädigendem oxidativen Stress kommen kann. An Lungenzellen wurden sogar DNA-Schäden festgestellt und das bedeutet Krebsgefahr!

Doch weiterhin sind Millionen Menschen den Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern fast täglich und über Jahre ausgesetzt. Das hat schlimme Folgen.

Bei der Landshuterin Ulrike Moritz führte die Schädigung durch den Toner der Laserdrucker zu einer Odyssee. Sie verlor nach Krankheit und mehreren Zusammenbrüchen zwei Mal ihren Arbeitsplatz im Büro und ihre Wohnung. „Keiner nahm mich mehr ernst, nicht einmal die Ärzte“, sagt sie nachdenklich. Bei ihr wurde ein psychologisches Problem „diagnostiziert“, bis ein anderer Arzt ungewöhnlich hohe Schwermetallwerte in ihrem Blut fand. Wenn wir nach der Zusammensetzung von Tonern für Laserdrucker suchen, dann finden wir u. a. die Bestandteile Quecksilber, Kadmium, Kobalt und Blei, wie auch bei Ulrike Moritz gefunden. Eine Ansammlung von Schwermetallen. Ulrike Moritz ist überzeugt, dass sie diese Stoffe krank gemacht haben.

„Ich war jahrelang von Kopfschmerzen und Übelkeit geplagt. Das führte zuerst bis zur Arbeitsunfähigkeit, dann sogar zur Berufsunfähigkeit.“
Die Behörden erklärten sie für „kerngesund und arbeitsscheu“, und sie bekam weiterhin Jobs in Büros neben Laserdruckern angeboten. Sie musste dann auf eigene Kosten umschulen und ist jetzt als selbständige Hauswirtschafterin tätig. Und – es geht ihr gesundheitlich besser, seitdem sie nicht mehr in der Nähe von Laserdruckern arbeitet. Insgesamt sind es fast 3.500 ähnliche Fälle wie der von Ulrike Moritz, die bundesweit bislang von nano-Control registriert wurden, und täglich werden es mehr.
„Zum Glück ist das Problem leicht lösbar. Moderne Tintenstrahldrucker sind inzwischen eine vollwertige Alternative, emissionsarm und sogar kostengünstiger“, erklärt Achim Stelting.

Über die Stiftung nano-Control:
Seit 1979 gibt es ernst zu nehmende Hinweise auf die Schädigungen von Menschen durch Tonerstäube aus Laserdruckern und Kopiergeräten. Diese Geräte belasten weltweit bis heute hundertmillionenfach die Atemluft mit einem ungefilterten Mix aus Schadstoffen, Feinstäuben und Nanopartikeln. Dies hat für viele Menschen fatale gesundheitliche Folgen.
Am 3. Juni 2007 haben Betroffene in Berlin am Wannsee beschlossen, eine Stiftung zu gründen, um die Schädigungen von Menschen zu stoppen. Gemeinsam mit dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. haben die Gründungsstifter am 19. April 2008 in Erfurt die Internationale Stiftung nano-Control zur Erforschung und Vermeidung von Feinstaubbelastungen in Innenräumen gegründet.
Die Gründungsstifter sind Betroffene, die durch Toner und Emissionen aus Laserdruckern krank geworden sind und sich als Bürger engagieren, weil der Staat seiner Schutzfunktion nicht gerecht geworden ist. nano-Control ist eine wachsende Gemeinschaft, die von immer mehr Menschen, Organisationen und Unternehmen unterstützt wird. Wer mehr über die Stiftung und die Ziele erfahren will, der findet alle Informationen im Internet unter:

www.nano-control.de

Fein[d]staub in Innenräumen

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