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Krise als Chance

Die Welt hängt am Tropf. Finanzkrise und Klimawandel schreien nach Veränderung

Was wäre der Mensch ohne seine Krisen? Ein glückliches und liebenswertes Wesen, das stets darum bemüht ist, sich und die Welt zu verbessern! Wohl kaum! Herausforderungen sind die Triebfeder der Menschheit. Erst durch Krisen entdeckten die Menschen wieder ihre Menschlichkeit. Je stärker der Konflikt auf der persönlichen Ebene ist, desto größer das Heilungspotential, das in ihm steckt. Fest steht, die Zeichen der Zeit schreien nach massiven Veränderungen, nach Einsicht und Weitsicht und vor allem, nach weisen Entscheidungen.

Endlos scheinende LKW-Kolonnen transportieren was sich verkaufen lässt, egal ob es Sinn macht oder nicht. Wer konsequent auf regionale Produkte setzt, hilft diesen Irrsinn zu verringern

Endlos scheinende LKW-Kolonnen transportieren was sich verkaufen lässt, egal ob es Sinn macht oder nicht.
Wer konsequent auf regionale Produkte setzt, hilft diesen Irrsinn zu verringern

Der Mensch strebt nach Glück, innerem und äußerem Reichtum, Gesundheit, Wachstum und Wohlstand. Die ganze Zeit über sind wir damit beschäftigt, unser Hab und Gut zu vermehren, zu  beschützen und zu erhalten. So spiegeln die Tempel der Versicherungskonzerne die Angst der Menschen vor Verlust wider, die Angst, den materiellen und sozialen Status eventuell verlieren zu  können.

Der Mensch sehnt sich nach Sicherheit, nach klaren Regeln, nach festen Größen, er wünscht sich eine berechenbare Welt. Leider wird sich dieser Wunsch auf lange Sicht nie erfüllen. Die Welt ist eben nicht berechenbar, sie ist nicht linear, sondern chaotisch! Damit ist nicht (nur) das Verhalten einzelner Menschen gemeint, sondern vielmehr das Verhalten der Teilchen, welche die Welt im Innersten zusammen halten – die Protonen, Neutronen und Elektronen, aus denen unsere materielle Welt besteht.

Chaos, wohin man auch schaut

In der Chaostheorie spricht man vom „Butterfly-Effekt” und meint damit, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings auf der einen Seite der Welt einen Tornado in tausenden Kilometern Entfernung hervorrufen kann. Untermauert wird diese Theorie durch eine simple physikalische Anordnung, das sogenannte Doppelpendel. Wäre die Welt linear und berechenbar, müsste es möglich sein, identische Versuchsreihen bei identischer Ausgangslage hervorzubringen. Wer schon einmal ein Doppelpendel in Aktion gesehen hat, weiß, dass dies unmöglich ist. Ab einem bestimmten Pendelausschlag existiert nur noch Chaos. Angesichts solcher Tatsachen wächst die Demut vor der Schöpfung, vor allem bei Menschen wie Hans Peter Dürr. Der Quantenphysiker weiß wie kaum ein anderer, woraus unsere Welt im Kern besteht und, dass sie sich in jedem Augenblick völlig neu erschafft! Und das ist keine Metapher sondern bodenständige Realität. Auch hierfür liefern die Physiker selbst wieder den besten Beweis. Bei der Untersuchung des Lichts dauerte es einige Zeit, bis die Doppelnatur Teilchen und Welle bewiesen werden konnte. Jetzt weiß man, dass das Ergebnis davon abhängt, was man beweisen will. Könnten wir daraus den Schluss ziehen, dass wir im Leben das erreichen können, was wir wollen, wenn wir nur konsequent genug an die Sache rangehen? Oder anders ausgedrückt – könnte es sein, dass wir immer genau das bekommen, was wir „verdienen”, dass wir das ernten, was wir säen? Der Gedanke scheint logisch und wenn wir zurück blicken und die Geschichte der Menschheit betrachten, stellen wir fest, dass unser heutiges Leben, das Resultat von Irrtümern, Niederlagen, Krisen und Größenwahn ist.

Das einzig Beständige ist der Wandel

Goldenen Zeiten folgen düstere und deprimierende Epochen. Die Menschheitsgeschichte ist voll von Veränderungen, die zum Teil bewusst, zum Teil ohne eigenes Zutun geschahen. Nur auf eines konnte und kann man sich für alle Zeiten immer verlassen, auf den ständigen Wechsel von guten und schlechten Zeiten.

Aber – und jetzt kommt die gute Nachricht – ein genauerer Blick in die Geschichtsbücher zeigt auch, dass die Menschheit aus solchen Krisen immer gestärkt hervorgegangen ist. Egal welche Wunden geschlagen wurden, immer kam der Mensch zurück und meisterte die Krise. Das Leid und der Verlust haben ihn stärker gemacht und ganz wesentlich dazu beigetragen, dass der nächste
Schritt der Menschen ein „besserer” werden konnte.

Die Finanzkrise hatte ihren Ursprung in den USA. Deutsche Banken sind ebenso betroffen

Die Finanzkrise hatte ihren Ursprung in den USA. Deutsche Banken sind ebenso betroffen

Aus Fehlern lernen die Menschen am meisten. Wenn jetzt noch die Bereitschaft hinzukommt, selbst Verantwortung für diesen Planeten zu übernehmen, haben wir den ersten Schritt gemacht. Das beginnt z. B. beim Einkaufen im Supermarkt. Warum kaufen wir Produkte, die tausende von Kilometer transportiert werden und eine enorme Menge Energie verbrauchen? Warum gehen wir achtlos mit unserem Müll um. Der Mensch ist das einzige Lebenwesen auf der Erde, das Müll produziert. Das müsste nicht sein. Prof. Dr. Michael Braungart, rechnet vor, dass die Erde sogar 20 Milliarden Menschen verkraften würde, wenn wir unser Denken als Verbraucher ändern. Er steht mit seiner Philosophie für den „Cradle to Cradle-Gedanken”, was einem Produktionszyklus entspricht, bei dem man sich bereits der Herstellung Gedanken über die Entsorgung bzw. Wiederverwertung macht. Aus seiner Ideenschmiede kommen z.B. Wegwerfverpackungen, aus denen Blumen wachsen oder Kleidung, die verrottet. Die Zeit für Veränderungen aller Art ist mehr als reif. Die Erde schreit danach und wir können diesen Ruf nicht mehr überhören.

Jede Krise birgt die Chance, Probleme im neuen Licht zu erkennen und zu meistern. Die Erde trägt, Gott sei Dank, ihren Teil dazu bei. Sie wehrt sich. Erste Auswirkungen sind im drohenden Klimawandel zu sehen. Die Erde bereitet ihre Art der Reinigung vor. Ein Leben auf der Überholspur, das zu Lasten der Allgemeinheit geht wird, so scheint es, von der Erde und den darauf lebenden Menschen nicht mehr länger toleriert.

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