Wie gefährlich ist elektromagnetische Strahlung für Kinder?

Handy, Laptop, Tablet, kabellose Kopfhörer – so sieht es längst nicht mehr nur auf unserem Schreibtisch aus, sondern auch auf den Schreibtischen unserer Kinder. Sie sind die erste Generation, die von klein auf umgeben von unzähligen digitalen Geräten aufwächst. Doch immer mehr Kinderärzte und Neurologen warnen davor, Kinder regelmäßig Handy & Co. nutzen zu lassen. Warum eigentlich?

Kinder reagieren auf Umwelteinflüsse empfindlicher als Erwachsene. Dazu gehört vor allem auch die hochfrequente Strahlung sämtlicher Geräte, die digital über WLAN- oder Bluetooth-Verbindungen laufen und seit einigen Jahren wissenschaftlich heftig diskutiert werden – vor allem, weil gerade Kinder durch die gesundheitlichen Auswirkungen von Handystrahlung besonders gefährdet sind, wie Untersuchungen zeigen.

Inzwischen belegt eine Vielzahl an Studien, dass Kinder aufgrund ihrer körperlichen Konstitution ernstzunehmenden Gesundheitsgefahren durch die Nutzung digitaler Geräte ausgesetzt sind. Sogar das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt zu, dass bisher nicht sicher geklärt werden konnte, „ob sich die Nutzung von Mobiltelefonen durch Kinder gesundheitlich auswirken könnte“ und rät generell dazu, „die Stärke (Intensität) der hochfrequenten Felder zu verringern und die Dauer der Strahlenbelastung (Exposition) zu verkürzen“.

Langfristige gesundheitliche Schäden

Die Absorption der elektromagnetischen Energie in einem Kinderkopf ist deutlich höher als die im Kopf eines Erwachsenen. Das kindliche Gehirn kann bis zu dreimal stärker belastet sein als das eines Erwachsenen, Knochen sogar bis zu zehnmal. Zudem werden tieferliegende Gehirnareale bestrahlt, die besonders empfindlich sind, etwa die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) – quasi die Schaltzentrale unseres komplexen Hormonsystems. Das Gehirn eines Kindes ist der schädlichen Strahlung von mobilen Funk-, WLAN- und Bluetooth-Geräten also viel intensiver ausgesetzt als das eines Erwachsenen.

Das potenzielle Gesundheitsrisiko für Kinder ist erheblich und kann zu körperlichen Schädigungen, zu Störungen des Nerven- und Immunsystems sowie der Psyche und des Verhaltens führen. In „Gesund aufwachsen in der digitalen Medienwelt“, herausgegeben von diagnose media, heißt es:

„Wir wissen heute, dass für Kinder und Jugendliche, die vor dem 20. Lebensjahr beginnen, ein Mobiltelefon zu benutzen, ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines bösartigen Hirntumors in ihrem späteren Leben besteht. Je jünger ein Kind ist und je länger es ein Handy benutzt, umso stärker steigt das Risiko für einen Tumor – bis zum 5-fachen – an.“

(Gesund aufwachsen in der digitalen Medienwelt, S. 35, Hg. diagnose media)

„Das kindliche Gehirn kann nicht digital

Trotz der Sorgen und Warnungen der Experten wird der 5G-Ausbau vorangetrieben und damit die Strahlenbelastung weiter massiv erhöht: Bis Ende 2021 wird Deutschland flächendeckend mit 5G ausgerüstet sein. Doch vor dem Hintergrund der gesundheitsschädlichen Auswirkungen drängen inzwischen immer mehr Experten darauf, Kinder von digitalen Medien fernzuhalten.

Die Neurobiologin und Hirnforscherin Prof. Gertraud Teuchert-Noodt befasst sich in ihrer Forschung mit den Auswirkungen digitaler Medien auf die Kindesentwicklung. Die Expertin kommt zu dem Schluss, dass die mediale Überbeschleunigung „bei Schulkindern zu schweren Konzentrationsschwächen und Denkproblemen“ führt*.

Ein Smartphone in der Hand eines Kindes bedeute, „dass die Farben und Formen wie ein D-Zug durch das Köpfchen rasen“ und sowohl Lernbehinderungen als auch eine Suchtentwicklung zur Folge haben. „Tippen und Wischen verhindert jegliches Lernen. Rechnen, Lesen, Schreiben blieben nun einmal Grundkompetenzen, die in Nervennetze real eingeschrieben werden müssen. (…) Das kindliche Gehirn kann nicht digital“, so die Schlussfolgerung von Teuchert-Noodt.

5 Tipps für den richtigen Umgang mit
digitalen Medien 

Die Kinder heute wachsen in einer digitalen Welt auf. Ihnen den Zugang zu dieser Welt komplett zu verweigern, ist kaum möglich – und auch nicht sinnvoll. Wir empfehlen deshalb einen (verantwortungs-)bewussten Umgang mit digitalen Medien. Dazu haben wir die wichtigsten Tipps von Experten zusammengefasst*:

  • Grundsätzlich gilt: So wenig wie möglich und so lange wie nötig! D.h. der Umgang mit Tablet, Laptop oder Smartphone sollte auf das Nötigste beschränkt werden.
  • Kinder unter acht Jahren sollten grundsätzlich keine Handys benutzen, ab acht Jahren nur im Notfall.
  • Das eingeschaltete Smartphone nicht am Körper (z. B. in der Hosentasche) tragen, den Laptop nicht auf den Knien oder dem Schoß abstellen. Verschiedene Studien belegen die Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit durch körpernahe WLAN-Strahlung.
  • So oft wie möglich das Handy ausschalten oder den Flugmodus einstellen.
  • Beim Telefonieren das Handy nicht direkt ans Ohr bzw. den Kopf halten, stattdessen lieber ein Headset oder die Freisprechfunktion nutzen.

Weitere hilfreiche Tipps finden Sie in unseren Checklisten

Dennoch: Ganz ohne Smartphone, Tablet & Co. geht es nicht mehr. Gerade beim Lernen oder im Homeschooling können Kinder nicht vom Tablet oder dem Laptop ferngehalten werden, weil sie über den Bildschirm dem Unterricht folgen oder selbstständig Aufgaben lösen müssen. Deshalb kommt es jetzt darauf an, die Kinder vor der Strahlenbelastung zu schützen, die sich nicht vermeiden lässt. Dafür gibt es die memon Technologie. Damit verschwindet die Strahlung zwar nicht, aber die Strahlungsqualität wird so verändert, dass sie keinerlei gesundheitliche Auswirkungen mehr auf den Menschen hat.

* Gesund aufwachsen in der digitalen Medienwelt, Hg. diagnose media

**Interview mit der Tageszeitung „Junge Welt“ (19./20.01.2019)