Die Grenzwerte haben mit dem Schutz eines lebenden Organismus nichts zu tun.

Hirntumor durch Handystrahlung?

Hirntumor durch Handystrahlung?

Die Diskussion um Krebserkrankungen, die durch Elektrosmog und Handystrahlung ausgelöst werden sollen, flammt immer wieder auf. Vor allem der Hirntumor wird als Folge von Handystrahlung in Betracht gezogen – schließlich hält man das Handy während des Telefonierens in der Nähe des Kopfes. Was ist dran: Kann Handystrahlung Hirntumoren auslösen?

Epidemologische Studien belegen das Risiko von Hirntumoren bei Handystrahlung

Für Krebserkrankungen kann es im Prinzip keinen Grenzwert geben. Eine einzige Irritation kann als Auslöser für die Entartung einer Zelle ausreichen. Es ist also keineswegs in allen Fällen eine besonders große oder lange Belastung mit elektromagnetischen Feldern nötig, um Krebs entstehen zu lassen. Ein einziges Molekül, ein einziger Röntgenstrahl können Krebs verursachen. Im Falle der Handystrahlung als Ursache für Hirntumoren herrscht keine Einigkeit im Diskurs: Manche Politiker und Industrielle (vor allem Mobilfunkanbieter und Hersteller von Mobilfunkgeräten) bestreiten immer wieder einen solchen kausalen Zusammenhang. Wissenschaftler hingegen sehen ihn als erwiesen an. Es gibt hierzu epidemologische Studien, die einen Überblick über die Ausbreitung des Hirntumors geben und ihren Zusammenhang mit der Handystrahlung nachweisen. Dabei gilt: Ja länger man mit dem Handy telefoniert, desto wahrscheinlicher ist eine Erkrankung mit Gehirntumor. Auch die Größe des Gehirntumors hängt von der Länge des Telefonierens ab. Verharmlosung ist also nicht angebracht.

Italienisches Gerichtsurteil bestätigt Handystrahlung als Ursache für Tumor

Das Oberste Gericht in Rom hat ein wahrscheinlich bahnbrechendes Urteil gefällt, das wohl viele Nachahmer finden wird. In diesem Urteil wird der Zusammenhang zwischen Handystrahlung und dem Gehirntumor eines Mannes im Alter von 60 Jahren anerkannt. Innocente Marcolini, von Beruf Geschäftsmann, hatte angegeben, zwölf Jahre lang bis zu sechs Stunden am Tag mit dem Handy telefoniert zu haben. Dann ist er an einem Hirntumor erkrankt. Der Tumor befand sich genau an der Seites seines Kopfes, auf der sich auch das Ohr befindet, mit dem Marcolini telefoniert hatte. Das Gericht sprach von einem „kausalen Zusammenhang“ zwischen einem „starken Telefongebrauch und dem Wachstum“ des Krebses. Man kann davon ausgehen, dass dieses Urteil für die Industrie der Mobilfunkgeräte Folgen haben wird. Onkologen gehen bereits davon aus, dass es sich um ein extrem wichtiges Urteil handelt.

Stimmen aus dem EU-Parlament

Auch in der Politik mehren sich die Warnungen vor der Handystrahlung mit Hinblick auf Krebstumoren. Parlamentarier des Europaparlaments rufen zu mehr Vorsicht auf. Im Parlament wurde diskutiert, inwiefern europäische Einrichtungen handeln könnten und müssten, um das Risiko für Krebserkrankungen durch Handystrahlung einzudämmen. Der griechische Abgeordnete Kriton Arseniswies darauf ihn, dass die Unterlassungen der Vergangenheit inzwischen zu schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit geführt haben. Es wurde ferner dazu aufgefordert, die Strahlungsexposition zu reduzieren, die Grenzwerte für Strahlungen zu senken und unabhängige Forschung in diesem Bereich zu unterstützen. Eine Abgeordnete der französischen Grünen, Michèle Rivasi, unterstrich, dass man die „Phase der ersten Alarmsignale“ hinter sich habe. Sie hielt es für wissenschaftlich erwiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Gehirntumoren gibt. Neben Krebs und Leukämie wies sie noch auf die Folgen der Strahlung für Alzheimer-Erkrankungen, psychologische Krankheiten und Schlafstörungen hin. Rivasi forderte, die europäischen Empfehlungen zu überarbeiten und auch neue Studien über andere Effekte der elektromagnetischen Felder zu veranlassen. Fachleute wie Lennart Hardell, Professor für Onkologie an der schwedischen Universitätsklinik Örebro, äußerten sich ebenfalls. Hardell ist sich sicher, dass die Nutzung von Handys und schnurlosen Telefonen ein erhöhtes Risiko bösartiger Hirntumoren bedeutet. Auch laut seiner Aussage wird das Risiko größer mit ansteigender Nutzungsdauer.

 

Quellen:

http://www.diagnose-funk.org/assets/fachgespraech_mf_gruenrot_doku140411.pdf

http://www.diagnose-funk.org/themen/mobiltelefone/gesundheit—effekte/hirntumore-wissenschaftlich-definitiv-erwiesen.php

 

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