Mobilfunktantennen

Gesundheitliche Gefahren des gepulsten Mobilfunks

Mobilfunkanbieter negieren stets potenzielle Gesundheitsgefahren durch gepulsten Mobilfunk und weisen kritische Studien mit dem Hinweis, dass kein anerkannter Nachweis für die jeweils beobachteten Effekte existiere, zurück. Demgegenüber werden gesundheitliche Beeinträchtigungen durch gepulste Mikrowellen seit Längerem von nicht wenigen Wissenschaftlern als „Stand des Wissens“ betrachtet. Bereits Mitte des letzten Jahrhunderts ist das sogenannte Mikrowellensyndrom, das sich insbesondere anhand von Erschöpfungssyndromen, Herzrhythmusstörungen, arteriellen Blutdruckstörungen sowie Sinnesstörungen manifestiert, medizinische Realität geworden.

Was genau sind gepulste Wellen?

Unter gepulsten Wellen werden im Mobilfunkbereich, d. h. beim Einsatz von Handys, Smartphones, schnurlosen DECT-Telefonen, WLAN und Bluetooth, getaktete bzw. durch kurze Pausen unterbrochene Pakete aus Hunderttausend Wellenzügen verstanden. Sämtliche Mobilfunkgeräte halten kontinuierlich Kontakt zu Basisstationen, die Mikrowellen – elektromagnetische Strahlung hoher Frequenzen – emittieren.

mobilfunkantenneHierbei empfangen nicht nur ausschließlich technische Geräte die emittierten elektromagnetischen Wellen, sondern neben der gesamten Flora und Fauna auch der menschliche Organismus. Diverse Studien indizieren, dass Mikrowellen, insbesondere gepulste Mikrowellen, als biologisch kritisch einzuordnen sind. So konnte Dr. Lebrecht von Klitzing im Rahmen von EEG-Experimenten das Phänomen der Elektrosensibilität sowie Reaktionen des vegetativen Nervensystems auf bereits schwache Mobilfunkfelder nachweisen. Weitere Studien – u. a. an der Loma Linda University in Kalifornien und der Berliner Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin – bestätigen den Effekt gepulster Mikrowellen auf die bioelektrische Gehirnaktivität. Unterschiedliche Wissenschaftler verweisen auf einen Zusammenhang zwischen der Pulsung von Mikrofunkwellen und Beeinträchtigungen des Hormonhaushalts, des Herzkreislaufsystems, Immunsystems sowie einer erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, Zelldefekten und DNA-Brüchen, Tumorerkrankungen (v. a. Leukämie und Hirntumoren), Fruchtbarkeitsstörungen, neurologischen und kognitiven Beeinträchtigungen (Konzentrationsstörungen, Nervenschädigungen, erhöhtes Alzheimerrisiko) und oxidativen Stress.

In letzter Zeit ist die öffentliche Debatte um die möglichen gesundheitlichen Risiken durch Mobilfunk angesichts der neuen Einsatzmöglichkeiten von Smartphones und deren Einfluss auf das alltägliche Leben in den Hintergrund gerückt. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass die seit 1997 rechtlich verbindlichen Grenzwerte der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) auf der Annahme beruhen, dass lediglich thermische Effekte gesundheitlich relevant seien. Vor dem Hintergrund einer Vielzahl von Studien, die die nichtthermischen Effekte elektromagnetischer Felder unterstreichen, muss konstatiert werden, dass der deutsche Gesetzgeber hier keinen hinreichenden präventiven Gesundheitsschutz gewährleistet. Durch den Ausbau des LTE-Netzes ist allerdings mit einer zusätzlichen Erhöhung der Belastung zu rechnen.

Sammlung einiger Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen des gepulsten Mobilfunks >>

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.