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Schädigung der Gesundheit durch hochfrequente Strahlung

Anerkennung vom Gericht der Schädigung durch hochfrequente Strahlung

Im Jahre 2006 zog ein US-Amerikaner beruflich bedingt nach Bayern. Dort erkrankte er an Elektrosensibilität – und erlangte juristische Anerkennung. Elektrosmog ist verantwortlich für seine vielfältigen Symptome und gesundheitlichen Folgen. Die Hintergründe und den Verlauf des Falls erfahren Sie hier.

Wie und wann machten sich die Symptome bemerkbar?

Nachdem der Patient aus den USA nach Bayern gezogen war, zeigten sich verschiedene Symptome, die in der Patientengeschichte des Betroffenen bisher nicht vorgekommen waren. Zu Beginn war der Nachtschlaf gestört: Durch vielfältige hohe und tiefe Töne fand der Patient keine Ruhe. Das Ausschalten elektrischer Geräte und die Suche im Haus nach den Ursachen brachten keine Hilfe. Die Phasen des unerwünschten nächtlichen Wachens ereigneten sich beinnahe jede Nacht. Es wurde festgestellt, dass es sich bei den wahrgenommenen Tönen nicht um akustische Halluzinationen handelte. Im späteren Verlauf der Elektrosensibilität kam es zu Tachykardie (also zu beschleunigtem Herzschlag, Herzrasen), Schmerzen im Kopf und Nasenbluten. Den ganzen Körper befielen Schmerzzustände. Der Patient litt unter Übelkeit, Brechreiz und anhaltender Müdigkeit. Später stellten sich dann neurologische Probleme ein: Störungen des Koordinierungsvermögens, Störungen der Wortfindung, sogar Wortverlust. Das Schreiben am Computer wurde für den Betroffenen fast unmöglich. Der Patient zeigte eine Desorientierung, seine Konzentration war gestört und Schwindel plagte ihn. Dies multiplen Symptome konnten zunächst keiner konkreten Ursache zugeordnet werden, so erwies sich z. B. kein Kontakt zu giftigen Stoffen und auch keine familiäre Vorbelastung, die die gesundheitlichen Probleme erklärt hätte.

Wie wurde die Elektrosensibilität des Patienten nachgewiesen?

Erst 2007 wurde durch einen Sachverständigen die elektromagnetische Strahlung in Bezug auf die damals bekannten Frequenzen des Mobilfunks bzw. Kommunikationsfunks gemessen. Es konnte im Rahmen der Hochfrequenzmessungen ein Elektrosmog nachgewiesen werden, der vor allem nachts auftrat. Diese Strahlung lag mit 20 Watt/qm² weit über dem vom deutschen Gesetz erlaubten Grenzwert von 10 Watt/qm². Dabei stellte sich heraus, dass der Patient, ohne die Ergebnisse der Messungen zu kennen, in der Lage war, den Beginn der Strahlenbelastung bzw. die Spitzen der Werte in der Nacht zu benennen. Seine Beschwerden ordnete er selbst zeitlich dem gemessenen Elektrosmog zu. Er zeigte also neben den Symptomen von Elektrosensibilität auch eine hohe Elektrosensitivität. Dieser Begriff bezeichnet die Fähigkeit mancher Menschen, eine Strahlenbelastung mit elektromagnetischen Feldern physisch bewusst zu spüren. So wurde der Zusammenhang zwischen dem Elektrosmog vom Mobilfunk und den Symptomen immer wahrscheinlicher. Es gilt also auch hier, den offensichtlichen Dissens zwischen den medizinischen Befunden und den oft gehörten Behauptungen, elektromagnetische Strahlung sei unbedenklich, herauszustellen.

Wie wurde der Patient therapiert?

Zur Therapie wurde dem Patienten ein Umzug nahegelegt. So wurde durch räumliche Entfernung die Exposition gegenüber den Strahlungsquellen minimiert. Die Symptome aus dem neurologischen Bereich ließen daraufhin leicht nach, die Gesundheit des Patienten besserte sich allmählich. Allerdings blieb ein allgemeiner Erschöpfungszustand. Der Betroffene schlief mittlerweile in einem abgeschirmten Raum im Keller. Insgesamt fühlte er sich besser. Der Aufenthalt an Orten ohne die Möglichkeit des Empfangs von Mobilfunk wirkte sich positiv auf den gesundheitlichen Zustand des Patienten aus. Eine Verstärkung der Symptome erlitt er in Innenstädten und in Geschäften mit Repeater-System. Die Belastung mit Hochfrequenz an einem technisch ausgestatteten Arbeitsplatz, die für viele Menschen inzwischen zum Alltag gehört, sorgte für Rückfälle (Rezidiv). Daher wurde die Teilhabe am Beruf für den Betroffenen unmöglich. Dies galt auch, nachdem die Familie zurück nach Kalifornien gezogen war.

Gerichtsentscheidung zur Elektrosensibilität

2012 erkannte das Gericht bei dem Betroffenen die Electromagnetic Sensitivity Disorder (Elektrosensibilität) an. Daraufhin erfolgte die Einstufung der gesundheitlichen Probleme und Symptome als rentenrelevant vonseiten der US-amerikanischen Behörde für Sozialversicherung. Dies ändert zwar an den Problemen des Betroffenen nichts, kann aber als ein weiteres Signal dafür gelten, dass Elektrosensibilität als Krankheit immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerät.

 

 

1 Antwort
  1. Markus K. sagte:
    Guten Tag,

    mein Name ist Markus, ich bin 26 J., und ich teile dasselbe Schicksal wie dieser US-Amerikaner. Ich bin wohnhaft in Wien.

    Nach nunmehr 3,5 Jahren fand ich heraus, dass ein dutzend körperliche Symptome (teilweise sehr schwere; ständige Erschöpfung, ständige Atemnot, Gedächtnisverlust, usw.) von E-Smog-Belastung kommen. Im Keller gehen binnen weniger Minuten alle Symptome weg!

    Ich lebe derzeit zu Hause; habe meine Wohnung teilweise abgeschirmt und trage Kleidung mit Metallgewebe. Damit geht es mir so halbwegs gut – Aufenthalte im Freien sind derzeit aufs absolute Minimum begrenzt.

    Können Sie mir weitere Details zum Fall dieses US-Amerikaners nennen?

    Ich überlege nun, wie es weitergehen kann. Arbeiten kann ich nur von zu Hause, und hier nur wenige Stunden am Tag.

    Gruß aus Wien
    Markus K.

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