Über 15.000 Mobilfunkantennen sind in Frankreich aktiv

Französin erhält Rente aufgrund Elektrosensibilität

Über 15.000 Mobilfunkantennen sind in Frankreich aktiv.

Über 15.000 Mobilfunkantennen sind in Frankreich aktiv.

Seit Jahren kämpfen Betroffene von EHS (Elektromagnetischer Hypersensibilität) für die Anerkennung von EHS als Krankheit, bisher leider nur mit mäßigem Erfolg. Jetzt hat ein Gericht in Toulouse/Frankreich im Juli 2015 ein entscheidendes Urteil für alle Betroffenen gefällt. Eine 39-jährige Frau hat nun Anspruch auf eine Behindertenrente aus medizinischen Gründen infolge ihrer Elektrosensibilität. Dem Urteil liegt zugrunde, dass die Hypersensibilität gegenüber elektromagnetischer Strahlung eindeutig und die Beschreibung des Krankheitsbildes unwiderlegbar ist. Die medizinische Diagnose des Gerichtsexperten Dr. Biboulet besagt unmissverständlich, dass die Behinderung der Betroffenen unmittelbar von der elektromagnetischen Strahlungsbelastung abhängt. Diese Aussage räumt nun endgültig mit dem immer noch vorherrschenden Irrtum auf, Elektrosensibilität sei eine rein psychologische Erscheinung.

Zur Geschichte: Marine Richard, ehemalige Regisseurin von Radio-Dokumentarsendungen in Marseille, leidet seit dem Jahr 2010 unter den Symptomen der Elektrosensibilität. Seit 2012 lebt sie zurückgezogen, soweit möglich ohne Strahlung, in einer alten Scheune in den Pyrenäen in Südwestfrankreich. Dort haust sie wie im Mittelalter ohne Strom und Straßenanschluss und mit Quellwasser eines nahegelegenen Brunnen für den täglichen Wasserbedarf. Das Gericht in Toulouse erklärte Richard zusätzlich für arbeitsunfähig, da sie ihren Wohnsitz und Arbeitsplatz aufgrund ihrer EHS-Erkrankung aufgeben musste. Im Zuge ihres Schmerzensgeldzuspruchs erhält sie vom Gericht nun Anspruch auf eine monatliche Rente von 800 Euro für eine Dauer von drei Jahren. Nach Ablauf dieser Zeit muss der Antrag erneut gestellt werden. Das Gericht stufte Richard jedoch nicht als krank, sondern zu 85 % als behindert ein.

Die Anwältin von Marine Richard bestätigt, dass das Urteil von Toulouse eine französische Premiere sei und es zugleich für tausende Betroffene zum Präzedenzfall werden könnte, so dass sich die Betroffenen zutrauen könnten, ein Gericht zu kontaktieren. Der Fall von Marine Richard zeigt, dass Elektrosmog ein ernstzunehmendes Thema ist, mit dem sich in Zukunft immer mehr Gerichte auseinandersetzen müssen.

Bereits in der Vergangenheit gab es ähnliche Gerichtsurteile, wie z.B. aus dem Jahr 2012. Die damalige Entscheidung des höchsten italienischen Gerichts (Kassationsgericht) ist auch heute noch von besonderer Bedeutung, da erstmals in Italien ein Gericht nun ähnlich wie in Frankreich urteilte. Das Gericht bestätigte die in zwei unteren Instanzen getroffene Entscheidung zur Zahlung von Schadenersatz an einen Arbeitnehmer, welcher im Auftrag seines Arbeitgebers am Tag mehrere Stunden mit einem Schnurlostelefon zu telefonieren hatte und einen Hirntumor bekam. Das Gericht erkannte einen Zusammenhang zwischen dem Telefonieren und der Tumorbildung und damit den Zusammenhang zwischen Elektrosmog und einer Tumorentstehung.

» Mehr Infos unter http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/handys-und-gehirntumor-oberstes-gericht-italiens-handy-war-krebsursache-/7277050.html

 

 

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