Planet Erde

Ist Lebensstandard gleich Lebensqualität?

Das materialistische Weltbild zeigt seine negativen Auswirkungen in Form von Katastrophen, Kriegen und Zerstörung der Natur. Dieses profitorientierte Verhalten ist nicht länger zu rechtfertigen. Die Ausbeutung der Erde und der rücksichtslose Umgang mit der Natur zerstören den Planeten. Es ist an der Zeit die Erde mit einem neuen Bewusstsein zu beseelen.

Die Erde ist ein hoch sensibler, lebender Organismus.

Die Erde ist ein hoch sensibler, lebender Organismus.

Das Weltbild der Menschheit ist einem ständigen Wandel unterzogen. Nachdem die Menschheit die Erde ausbeutete und sie sich »untertan« machte, müssen wir – aber vor allem unsere Enkel – mit den fatalen Folgen leben. Heute erkennen wir langsam, dass die Erde ein lebender Organismus ist, der nicht nur für die Menschen sondern für alle Lebensformen gleichermaßen da ist. Die Erde und die Menschheit stehen an einem Wendepunkt. Immer deutlicher zeigt sich, dass nicht nur Staaten und Länder zusammenhalten und zusammenarbeiten müssen, sondern auch Mensch und Natur. Ob Atomausstieg oder Artenschutz, das Schicksal aller Lebewesen und Lebensformen ist definitiv so eng miteinander verknüpft, dass sich kein vernünftig denkender und handelnder Mensch weiterhin der Illusion hingeben kann, die Menschheit sei die Krone der Schöpfung und die Erde fest in ihrer Hand. Selbstverursachte Katastrophen und gewaltige Naturereignisse belehren uns eines besseren. Stimmen nach Veränderungen werden laut und fi nden immer mehr Gehör in einer Bevölkerung, die sich nach echten Werten sehnt. Es geht um die Entwicklung einer neuen Öko-Philosphie, die uns den richtigen Umgang mit der Natur wieder lehrt und Werte vermittelt, die das Wesentliche des Lebens herauskristallisieren.

Die Werte selbst sind nicht neu, das Problem ist vielmehr, dass sich die wenigsten dazu berufen sehen, vorzuleben was sie von anderen erwarten. Noch glaubt die Mehrheit der Menschen an die Materie als die Mutter allen Seins. Noch warten die Menschen darauf, dass die anderen mit der Veränderung anfangen. Der Anfang zur Veränderung kann aber nur geschehen, wenn er in jedem selbst beschlossene Sache ist.

Tiefenökologie als Problemlöser?

Der norwegische Philosoph Arne Naess, war Mitbegründer der tiefenökologischen Bewegung. Einige seiner Grundsätze könnten uns dabei helfen ein neues Wertesystem zu schaffen, in dem wir das Überleben der Menschheit und des Planeten sichern. In einem seiner letzten Interviews nahm er zu ethischen und politischen Überlegungen der Tiefenökologie Stellung: Seiner Meinung nach besitzt jedes Lebewesen einen eigenen Wert, der nichts mit dem Nutzen für den Menschen zu tun hat. Zweitens weist er darauf hin, dass der Reichtum an Artenvielfalt, in sich wertvoll ist und die Menschen nicht das Recht hätten, mehr als für die unmittelbaren Bedürfnisse nötig einzugreifen.

Der wichtigste Punkt ist seiner Meinung nach jedoch eine gesellschaftliche Veränderung, die sich an einer hohen Lebensqualität orientiert und nicht länger an einem ständig steigenden Lebensstandard. Es gehört doch noch ein bisschen mehr zum Leben außer satt zu sein und es warm und trocken zu haben. Freude an Schönem, Gemeinsamkeit mit anderen, Liebe und Lachen und vieles andere mehr machen erst das eigene Gefühl der Zufriedenheit aus. Zufriedenheit ist Lebensqualität. Lebensstandard ist der Maßstab, der von außen gesetzt wird. Jeder Einzelne von uns sollte sich die Frage stellen, was sein persönliches Leben bereichert und lebenswerter macht. Sind es die materiellen Güter oder ist es die tiefe innere Zufriedenheit, die aus der Stille des Herzens oder der Schönheit der Natur zu uns spricht? Die Veränderung der Sichtweise nach Innen kann den Wechsel zum Positiven bringen.

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