Biowaren sehr gefragt – aber Flaute beim Bioversand

Der Versandhandel im Internet gehört zu den Branchen mit den größten Gewinnzuwächsen. Der Einkauf via PC ist bei vielen Familien bereits Alltag. Ist diese Entwicklung auch für den Bio-Versandhandel bezeichnend? Obwohl Biowaren Verkaufsschlager sind, scheint der Bioversandhandel immer noch in den Kinderschuhen stecken geblieben zu sein. Der Biomarkt bewegt sich immer mehr in Richtung Mainstream, immer mehr in die Regale der Discounter.

Vor allem Obst und Gemüse wird als Bionahrungsmittel von den Verbrauchern gewünscht. Hier hat der Bioversandhandel so gut wie keine Chance sich im Markt zu etablieren. Foto: www.pixelio.de

Vor allem Obst und Gemüse wird als Bionahrungsmittel von den Verbrauchern
gewünscht. Hier hat der Bioversandhandel so gut wie keine Chance
sich im Markt zu etablieren. Foto: www.pixelio.de

Im Zeitalter der Globalisierung sind die Geschäfte gerade mal einen Mausklick weit entfernt. Heutzutage gibt es nichts mehr was es nicht auch im Internet geben würde. Der Boom des Internethandels hat zwar auch seine Tücken, aber generell geht die Tendenz der Verbraucher in Richtung E-Shopping. Die Branche verzeichnet enorme Zuwachsraten und ein Ende scheint nicht in Sicht. Im Sog dieser rasanten Entwicklung hofften auch die Bioversandhändler ihren Platz zu finden.

Die Nachfrage für Bioprodukte ist jedenfalls vorhanden. Einer GfKStudie zufolge nimmt der Bedarf an Bio-Produkten kontinuierlich zu. Wurde 2003 der Bedarf an Lebensmitteln mit lediglich 1,8 Prozent Bioprodukten gedeckt, so wiesen die Umfragewerte 2006 bereits einen Anstieg auf 3 Prozent auf. Das Interessante an diesen Untersuchung sind jedoch  Veränderungsraten des Kaufverhaltens in Bezug zu anderen Produkten. Während es in anderen Bereichen des täglichen Bedarfs so gut wie überhaupt keine Veränderung gab, zeigte sich bei Bioprodukten eine extrem starke Veränderung des Kaufverhaltens. Ein signifikanter Anstieg von 19 Prozent belegt, wie hoch Bioprodukte im Alltag angesiedelt sind.

Das Biogütesiegel ist immer häufiger auch beim Discounter zu sehen. Der Bewusstseinswandel für gesunde Ernährung forciert den Handel mit Biowaren

Das Biogütesiegel ist immer häufiger auch beim Discounter
zu sehen. Der Bewusstseinswandel für gesunde Ernährung forciert den Handel mit Biowaren

2004 kauften mehr als 81 Prozent der gesamtdeutschen Haushalte bereits Biowaren. 2006 hat sich diese Zahl auf mehr als 91 Prozent gesteigert. Ebenso gaben die untersuchten Haushalte auch mehr Geld für Biowaren aus und zwar stiegen die monatlichen Ausgaben im selben Zeitraum 2004 bis 2006 von 42 Euro auf 62 Euro.  Am signifikantesten waren die Umsatzveränderungen für Biowaren bei so genannten Billigdiscounter zu erkennen. Lidl und Aldi konnten ihre Bioverkäufe von 2005 zu 2006 z.B. um stattliche 74,9 Prozent steigern. Die Rewe Gruppe, Edeka und andere Discounter setzen vermehrt auf Bioprodukte und bringen diese teilweise unter einem eigenen Label in die Regale.

Der Discounter bringt Biowaren mit eigenem Label

Gerade diese Tendenz aber wird den Bioversandhändlern das Wasser abgraben. Der Bezug von Bio-Lebensmitteln scheint in den Augen des Käufers wohl keine langen Versandwege zu verkraften. Bei Bio- Eier, Bio-Fleisch und Bio-Gemüse auch eine durchaus nachvollziehbare Hürde. Viel optimistischer können dies Hersteller von biologischen Produkten betrachten, die keinem Haltbarkeitsdatum unterzogen sind. So finden sich die Gewinner wohl bei den Versandhändlern, die mit Textilien, Kleidung, Wohnaccesoirs, Möbel und Decoartikeln ihre Umsätze machen. Auch hier kann sich das veränderte Bewusstsein der Menschen für ökologische und natürlich angebaute Produkte immer mehr durchsetzen.

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