Bienensterben in Europa: „Wir müssen handeln und zwar jetzt“ – 6 Tipps FÜR Bienen

Erinnern Sie sich an noch die völlig verdreckten Windschutzscheiben nach einer langen Autobahnfahrt?  Und hätten Sie früher das Fenster in einer lauen Sommernacht offen gelassen, wäre es mückentechnisch sicherlich undenkbar gewesen. Beides ist für den Menschen genau genommen viel angenehmer geworden: weniger schmutzige Scheiben, geringere Mückenplage.

Bestimmt erinnern Sie sich an das Bienensummen im Baum an einem herrlichen Sommertag? Das ist irgendwie auch weniger geworden, oder?

Gibt es das Insektensterben wirklich? Und falls ja, was tun? Ein erfrischend anderes Thema für die Gäste bei „hartaberfair“-Moderator Frank Plasberg – bei dem auch Glyphosat eine Rolle spielte.

Wir haben die Fakten verschiedener Quellen für Sie zusammengetragen:

Um die Bienen ist es bekanntlich ernst bestellt

„Das große Sterben“, habe begonnen, titelte unlängst die FAZ. Und da 80 Prozent der Pflanzen hierzulande bestäubt werden müssen: Wie ernst ist das für uns Verbraucher?

Das wollte Frank Plasberg in einer hochaktuellen Zeit herausfinden. Denn auch das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat könnte eine Rolle spielen. Es werden schließlich viele Chemikalien mit dem Bienensterben in Verbindung gebracht. Was es heißt, zu wenig Bienen zu haben, zeigte ein Trailer aus China: Dort wird mitunter sogar von Hand bestäubt.

Langzeitstudie bestätigt einen Rückgang um 75 Prozent

Viel diskutiert wurde über die größte Langzeit-Bienen-Studie in Deutschland. Die attestierte sogar in Naturschutzgebieten über 27 Jahre hinweg einen Insekten-Rückgang um 75 Prozent weniger Biomasse von Insekten.

Bestäubung: Insekten erbringen Nutzen von 22 Milliarden Euro

Eben diese Bestäubungsleistung der Bienen sowie anderer Insekten wird von der EU-Kommission europaweit auf einen Wert von jährlich 22 Milliarden Euro geschätzt. Dort, wo sie diesen volkswirtschaftlichen Nutzen nicht länger ungehindert erbringen können, wie in Teilen der USA, werden in der Blütezeit gezielt Unmengen von Bienen zu den Obstfeldern transportiert, was für die Imker ironischerweise ein besonders lohnendes Geschäft darstellt.

Teilweise hat aber nicht einmal mehr diese Hilfestellung Sinn, weshalb man auf Drohnen, oder, so etwa in China, auf Feldarbeiter zurückgreift.

Die fatale Wirkung von Neonicotinoiden

Einen argumentativen Mitstreiter fand der Landschaftsökologe in Ranga Yogeshwar. Der Wissenschaftsjournalist stellte besonders die fatale Wirkung der schon lange in der Kritik stehenden Insektizide aus der Gruppe der sogenannten Neonicotinoide heraus. „Man muss es sich vorstellen als eine Art Nervengift“, erläuterte Yogeshwar. Dieses würde seine schädliche Wirkung im Gehirn entfalten und beispielsweise den Orientierungssinn beeinflussen.

„Es kann also sein, dass man solche Gifte prüft bei Bienen, aber sie sterben nicht. Aber der entscheidende Punkt ist, sie verändern ihr Verhalten.“ Demzufolge gehe es nicht zwangsläufig „um tote Bienen“, sondern „um Bienen, die so desorientiert sind, dass sie ihren Stock nicht finden“.

Mit den mannigfaltigen Problemen, die in der Gesprächsrunde am Beispiel der Bienen deutlich gemacht wurden, stehen diese aber keineswegs allein, sondern vielmehr stellvertretend für eine vielfache Verschlechterung der Lebensbedingungen von Insekten, die nicht selten den massenhaften Tod und das Verschwinden ganzer Arten zur Folge hat.

Auch Bauern wollen ein vernünftiges Einkommen

Während Yogeshwar in der Arbeit eine „Alarmglocke, die auch weltweit gehört wurde“, erkannte, nannte Krüsken sie lediglich „ein beunruhigendes Indiz“ und wehrte sich gegen den Eindruck, das Ende der Welt stehe kurz bevor. Einen Handlungsdruck leitete allerdings auch der Bauernvertreter aus den Zahlen ab.

Er gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass Aufwand und Ertrag in einem solchen Verhältnis stehen müssten, dass es sich für den Bauern weiterhin lohne, seiner Tätigkeit nachzugehen. „Auch Landwirte wollen eine vernünftige Arbeitsumgebung haben, wollen vernünftige Arbeitsbedingungen haben, wollen natürlich auch ihre Familien nach vorne bringen und ein vernünftiges Einkommen erwirtschaften“, so Krüsken.

Solange die Verbraucher nicht bereit sind, deutlich tiefer in die Tasche zu greifen, dürfte es auf absehbare Zeit nicht ohne den massiven Einsatz von Chemie gehen.

Neben den Neonicotinoiden ist in diesem Zusammenhang besonders das Mittel Glyphosat, eine bei Landwirten und Hobbygärtnern gleichermaßen beliebte Allzweckwaffe in der Unkrautvernichtung, in den Blick von Umwelt-, Tier- und Verbraucherschützern geraten. Allerdings steht Glyphosat im Verdacht, neben dem unerwünschten Grün auch Böden, Tiere und Menschen zu schädigen.

IARC bezeichnet Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“

Im März 2015 bezeichnete die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Glyphosat in einem Bericht als „wahrscheinlich krebserregend“. Auch wenn deutsche und europäische Behörden anschließend zu anderen Einschätzungen kamen, haben sich bei vielen Verbrauchern die Zweifel verfestigt.

Fazit: WELT.de

„Hart aber fair“ darf sich indessen zugutehalten, trotz der politisch bewegten Zeiten ein Thema gewählt zu haben, das die Menschheit noch beschäftigen wird, wenn viele sich kaum noch an das Koalitionsgeplänkel nach der Bundestagswahl 2017 erinnern werden können.

Es war, trotz eines gewissen Mangels an Ausgewogenheit, ein durchaus gelungenes Experiment.

Fazit: hartaberfair

„Spritzen muss die Ultima Ratio sein“, forderte Ebner. Die Zahlen zeigen: Das ist es nicht. 100.000 Tonnen Pestizide wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gekauft, Äpfel bis zu 23 Mal gespritzt, bis sie auf dem Teller landen. Was also tun? Was sind die Alternativen? Alles mal schnell auf Bio-Landwirtschaft umzustellen, wird nicht gehen. Neben viel Ratlosigkeit blieb ein Eindruck: Die Landwirtschaft wird von sich aus nichts ändern. Die Politik auch nicht viel, solange ein Minister Schmidt das Sagen hat. Bleiben EU, eine neue Bundesregierung, Wissenschaft und die Verbraucher. Denen gab die Imkerin einen Rat mit auf den Weg: Wenn wir weniger Fleisch essen würden, bräuchten wir weniger Fläche für Futterpflanzen und könnten daraus Blumenwiesen für die Bienen machen.

Ergänzung: diagnose:funk

Der Schweizer Wissenschaftler Daniel Favre veröffentlichte den Forschungsbericht „Mobiltelefon induzierte Piepstöne von Arbeiterinnen der Honigbiene“.

In seinem Experiment stellte er zwei Mobiltelefone im aktiven Modus in die Nähe von Bienen und zeichnete die von Bienen produzierten Piepstöne auf und analysierte sie. Es zeigte sich, dass sich Bienen durch die aktiv kommunizierenden Mobiltelefone im Volk gestört fühlten und zum Senden von Piepstönen angeregt wurden. Unter natürlichen Bedingungen sind solche Piepstöne ein Signal für die Schwarmvorbereitung oder eine Reaktion auf Störungen im Volk.

Diese Beobachtungen weisen darauf hin, dass die Bienen für pulsierende elektromagnetische Felder empfänglich sind und sensibel mit Verhaltensänderungen reagieren. Ein Schwund an Bienenvölkern wird vor allem in Erdteilen beobachtet, in denen Mobiltelefone weit verbreitet sind (Nordamerika, Europa, Australien, Südbrasilien, Taiwan und Japan). Es stellt sich daher die Frage, ob der „Zusammenhang der Völkerverlustkrankheit und einer intensiven Nutzung von Mobiltelefonen noch als reine Spekulation angesehen werden kann.“

6 hilfreiche Tipps, was Sie und jeder einzelne von uns gegen Bienensterben tun können:

1. Säen Sie bienenfreundliche Blumen

Eine bienenfreundliche Anlage kann etwas Blühendes in einem Balkonkasten, ein Obstbaum im Garten oder wildwachsende Pflanzen sein. Das alles bietet ein vielfältiges Angebot für Honigbienen, Schmetterlinge, Hummeln und die vielen winzigen Solitärbienen. Miteinander kombiniert bilden sich so Oasen für hungrige Bestäuber – auch in der Stadt.

2. Wählen Sie bevorzugt Honig aus Ihrer Region

Fast 80% unseres Honigkonsums stammt aus Importen. Honige aus dem Supermarkt sind häufig Mischungen von Honigen aus Nicht-EU-Ländern. Diese enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Honig aus Südamerika – wo  Gentechnik-Pflanzen im großen Stil angebaut werden, deren Pollen dann in den Honig geraten. Neben der Umweltbelastung durch die langen Transportwege können auch Bienenkrankheiten nach Deutschland eingeschleppt werden. Es ist daher sinnvoll, Honig aus Ihrer Region direkt vom Imker zu bevorzugen.

3. Verzichten Sie auf Pestizide

Auf bienenschädliche Pflanzenschutz-, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel, also Pestizide, Herbizide und Biozide sollten Sie in Ihrem Haus und Garten verzichten. Gerade Cocktails aus mehreren Giften können tödlich sein. Die Verwendung ‚Bienengefährlicher‘ Neonicotinoiden wurde weitgehend auch in Haus- und Kleingärten untersagt. Schlummern noch Neonicotinode auch in Ihrem Haushalt? Es gibt genügend Alternativen. Viele Biogärtner geben für jedes Problem einen Tipp.

4. Bevorzugen Sie „bienenfreundliche“ Lebensmittel

Saisonale Lebensmittel aus regionaler ökologischer Landwirtschaft sind meistens besser, da auf bienenschädliche Pestizide verzichtet wird. Qualität und Bienenfreundlichkeit sind ihren Preis wert, deshalb zahle einen fairen Preis auch für Deinen Honig. Leider ist Bio nicht gleich Bio und manchmal ist Bio nicht nachhaltig. Schau genau hin!

5. Bienenkrankheiten stoppen – Honiggläser ausspülen

Krankheiten wie die amerikanische Faulbrut (AFB) werden bei uns eingeschleppt. Die auslösenden Endosporen werden u.a. durch Honigreste in Glascontainern verbreitet. Im Herbst fliegen die Bienen darauf und bringen so die tödliche Krankheit in die heimischen Völker. Deshalb Honiggläser am besten in der Spülmaschine waschen, bevor man diese in den Glascontainer wirft oder gleich beim Kauf auf Mehrweg (z.B. DIB-Glas) achten.

6. Bieten Sie Nistmöglichkeiten für Wildbienen

300 der heimischen 560 Wildbienenarten stehen auf der “Roten Liste”.  Bieten Sie Nistmöglichkeiten für Wildbienen an. Es muss nicht gleich ein riesiges „Bienen- oder Insektenhotel“ sein, auch mit wenig Aufwand können Sie unseren Freunden helfen. Viele Wildbienen sind anspruchsvoll, daher kommt es auf die richtige Bauart an.

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Quellen:

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_82835998/-hart-aber-fair-welche-rolle-spielt-die-landwirtschaft-beim-bienensterben-.html
https://www.welt.de/vermischtes/article171267913/Bienensterben-Wann-kippt-unser-Oekosystem-endgueltig.html
https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=541
https://www.bienenretter.de/hilf-den-bienen/