Karl Ludwig Schweisfurth

Basis gesunder Ernährung: Ökologischer Landbau

Bereits 1924 wurde die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise eingeführt, die Wirtschaften im Einklang mit der Natur als Hauptgedanken hat. Die Bestandteile Mensch, Tier, Pflanze und Boden werden als zusammenhängender Organismus gesehen. Deshalb ist der ökologische Landbau besonders auf Nachhaltigkeit ausgelegt, denn er erhält und schont natürliche Ressourcen.

Karl Ludwig Schweisfurth – Gründer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten.

Karl Ludwig Schweisfurth – Gründer der
Herrmannsdorfer Landwerkstätten.

Der achtsame Umgang mit allem Leben und Lebensnotwendigem ist Leitbild der Hermannsdorfer Werkstätten im oberbayerischen Glonn. Ein Netzwerk aus Bauern, Verarbeitern und Vermarktern bietet ein hohes Maß an Sicherheit für den Verbraucher. Dieser Verbund hat sich auf gemeinsame Ziele ausgerichtet und sich ethischen Grundnormen verpflichtet.

70 ökologisch wirtschaftende Bauern. Hermannsdorf im Mittelpunkt.

Hermannsdorf ist der Mittelpunkt des besagten Netzwerkes, das aus etwa 70 ökologisch wirtschaftenden Bauern und Herstellern aus der Region besteht. Die Hermannsdorfer  Landwerkstätten bieten das, was für eine gesunde und bewusste Lebensweise wichtig ist: Die naturgemäßen Formen des Ackerbaus, der Viehzucht und der Lebensmittelverarbeitung.

Die Geschichte von Hermannsdorf

Der Fleischermeister Ludwig Schweisfurth eröffnet 1897 seine erste Metzgerei in Herten. In den 1920er Jahren übernimmt dessen Sohn Karl die Geschäftsleitung der Metzgerei, die mittlerweile über 50 Mitarbeiter zählt. Anfang der 1930er Jahre werden die Betriebsanlagen vergrößert und der 100. Mitarbeiter wird eingestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg übernimmt Sohn Karl Ludwig Schweisfurth das Unternehmen, dem späteren Begründer der Hermannsdorfer Landwerkstätten. Als junger Mann sammelt er bereits umfangreiche Erfahrungen in den riesigen Schlachthöfen Chicagos. Er führt das Familienunternehmen in den Folgejahren zur modernsten Fleischwarenfabrik Europas: Herta Wurst.

Umdenken auf dem wirtschaftlichen Höhepunkt

Anfang der 80er Jahre befindet sich das Unternehmen auf dem Höhepunkt der Automatisierung. Für das effiziente, schnelle Arbeiten wird ein hochmodernes Schlachthaus gebaut. Zu der Zeit werden in dem Unternehmen dreihundert Schweine in der Stunde geschlachtet. Die Tiere stammen aus landwirtschaftlicher Intensivhaltung, was eine möglichst große „Fleischleistung“ zum Ziel hat. Was eher klein bleibt ist der Geschmack. Die Tiere liefern eine schlechtere Fleischqualität, da die Art der Haltung die Tiere massiv stresst. Viele  Diskussionen mit seinen Kindern bewegen Schweisfurth zum Umdenken. Ist die Art der Aufzucht und der Haltung der landwirtschaftlichen Nutztiere falsch? Er gesteht sich Fehler ein: „Wir haben übertrieben und bäuerliche Tierhaltung in industrielle Produktion verwandelt.“ Mit diesen ersten Zweifeln blickt er immer öfters in die Ställe, aus denen die Tiere für seine Schlachthöfe kommen. Das, was er sieht, gefällt ihm nicht. Im Jahr 1984 – während einer Fastenperiode – trifft er die Entscheidung auszusteigen und nochmals von vorne zu beginnen. Sein Ziel ist die ökologische Landwirtschaft und die hochwertige Lebensmittelverarbeitung. Er verkauft sein Unternehmen „Herta“ und sucht nach einem geeigneten Projekt. 1986 gründet er die Schweisfurth-Stiftung in München und findet in Herrmannsdorf bei Glonn ein großes Gut – der Aufbau der Herrmannsdorfer Landwerkstätten kann beginnen.

Heute leitet mit Karl Schweisfurth bereits die vierte Generation das Unternehmen. Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten beschäftigen heute rund 120 Mitarbeiter. Vater Karl Ludwig Schweisfurth, der Gründer, steht den Herrmannsdorfer Landwerkstätten weiterhin als Visionär und begeisterter Verfechter der ökologischen Lebensmittel-Verarbeitung mit Rat und Tat zur Seite.

Herrmannsdorfer ÖQ-Kontrollsystem

Wer Begriffe wie Öko oder Bio verwendet, muss die Richtlinien für pflanzliche und tierische Erzeugnisse der Europäischen Union respektieren. In denen ist festgelegt, was erlaubt ist und was nicht. Alles, was nicht erlaubt ist, ist automatisch verboten, so wie das Verfüttern von Tiermehl und Gentechnik. Alle Betriebe werden von EU-Kontrollstellen regelmäßig geprüft. Bei den Herrmannsdorfer Landwerkstätten muss jeder Lieferant auch die Richtlinien der Anbauverbände, wie Biokreis, Bioland, Demeter oder Naturland einhalten und wird daraufhin kontrolliert. Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten sind Mitglied beim Biokreis.

Wie sagen die Hermannsdorfer über sich und ihre Produkte: „Wenn Öko draufsteht, ist Öko drin.“

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