Birken waren lange Zeit Hauptlieferant für Xylit. Deshalb heißt es in Finnland auch „Birkenzucker”

Xylit – Aggressiv gegen Karies, neutral für Diabetiker

Medizinische Studien beweisen: Xylit stoppt Karies, regeneriert den Zahnschmelz und es eignet sich auch für Diabetiker

Birken waren lange Zeit Hauptlieferant für Xylit. Deshalb heißt es in Finnland auch „Birkenzucker”

Birken waren lange Zeit Hauptlieferant für Xylit. Deshalb heißt es in Finnland auch „Birkenzucker”

Xylit oder Xylitol (chemische Bezeichnung Pentanpentol) wurde erstmals in Deutschland um 1890 von dem Chemieprofessor Emil Fischer aus Buchenspänen gewonnen. Etwa zur selben Zeit gelang es dem französischen Chemiker M. G. Bertrand, eine sirupähnliche Substanz aus Weizen- und Haferhalmen zu isolieren, die hauptsächlich Xylit enthielt. Erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts stellte der in Nashville, Tennessee, USA, tätige Dr. Oscar Touster fest, dass Xylit auch im menschlichen Organismus (von der Leber 5-15 g/tgl.) für Stoffwechselvorgänge hergestellt wird. Weitere zehn Jahre vergingen, ehe ein wirtschaftlich rentabler Herstellungsprozess für Xylit entwickelt wurde. Bei der ursprünglichen Gewinnung diente die finische Birke als Rohmaterial. Deshalb nannte man Xylit in Finnland auch “Birkenzucker”.

Xylit hat denselben Geschmack und dieselbe Süßkraft wie Zucker. Der Nährwert von 2,4 kcal/g ist halb so hoch wie bei Haushaltszucker. Interessant für Diabetiker: Die Verstoffwechslung im menschlichen Körper verläuft unabhängig vom Insulin. Somit hat Xylit nur geringfügige Auswirkung auf den Blutzucker- und Insulinspiegel und eignet sich daher auch für Diabetiker.

Die besonderen Eigenschaften zur Kariesprophylaxe von Xylit konnten in zahlreichen klinischen Studien nachgewiesen werden. In einer zweijährigen  Ernährungsstudie an der finnischen Universität Turkru wurden drei Gruppen untersucht. In zwei Gruppen wurde Zucker durch Fructose bzw. Xylit ersetzt, in der  dritten nicht. Der Verzehr der Süßmittel lag bei 50 bis 67 g/ Tag. Nach der Studie zeigte sich eine Abnahme der Karies um 30 Prozent bei der Fructose- bzw. mehr als 85 Prozent bei der Xylitgruppe. Zum Vergleich wurde der sogenannte DMFS-Index herangezogen. Dieser beschreibt die Entwicklung des Zahnzustandes einer Person. D (decayed) steht für die Zunahme kariöser Zahnoberflächen; M (missing) für fehlende Zähne; F (filled) für gefüllte Zahnflächen und S (surface) für die Zahl der Zahnoberflächen generell. Die Zunahme des Index war 7,2 in der „Zucker-Gruppe“, betrug 3,8 in der Fructosegruppe und lag bei 0,0 in der Xylitgruppe.

Xylit kommt in vielen Gemüsesorten (Blumenkohl) und Früchten (Pflaumen, Erdbeeren, Himbeeren) vor, wobei der Anteil in der Trockenmasse unter einem Prozent liegt. Heute erfolgt die  Gewinnung häufig aus Resten von Maiskolben nach Abernten der Körner. Möglich wäre dabei der Einsatz von gentechnisch verändertem Mais.

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