Mobilfunk Sendemast

A-thermische Wirkung von elektrom. Hochfrequenzfeldern

In-vitro und In-vivo

Mobilfunk SendemastErkenntnisse aus In-vitro-Studien

Die gängigen Grenzwerte zur elektromagnetischen Strahlung von Mobilfunk und Kommunikationsfunk berücksichtigen in erster Linie die thermische Wirkung der Strahlung, also Wirkungen, die mit Erwärmung zusammenhängen. In jüngerer Zeit rücken aber die a-thermischen Wirkungen immer mehr in den Fokus von Forschung und Öffentlichkeit. Studien zu diesen Effekten, zu denen z. B. Brüche in den Strängen der DNA, Veränderungen des Erbguts und oxidative Prozesse gehören, können in vitro stattfinden, also außerhalb von Lebewesen, in einer künstlichen geschaffenen Laborumgebung (Reagenzglas etc.). Es sind aber auch Untersuchungen zu den Effekten von Strahlung und elektromagnetischen Feldern am lebenden Objekt möglich, also in vivo. In diesem Artikel soll um die Erkenntnisse aus In-vitro-Tests gehen. Bitte beachten Sie auch den entsprechenden Artikel zu den In-vivo-Studien.

Brüche an den DNA-Strängen bei elektromagnetischer Strahlung

Elektromagnetische Strahlung kann das Genmaterial der Zelle verändern, vor allem kann sie zu Brüchen in den DNA-Strängen führen. Schon vor einiger Zeit wurden diese Brüche an der DNA von Tieren im Versuchslabor festgestellt, wenn sie hochfrequenten elektromagnetischen Strahlen ausgesetzt waren. Bei Zellkulturen, die in vitro gezüchtet wurden, wirkte sich die Exposition stärker aus, wenn sie minütlich unterbrochen wurde. Dauerhafte Bestrahlung zeigte in dieser Hinsicht weniger Wirkung. Brüche in den DNA-Strängen kommen auch bei gesunden, nicht bestrahlten Lebewesen vor. Steigt aber die Anzahl der Brüche strahlungsbedingt, gilt dies als Risikofaktor für mögliche Krebserkrankungen. Strahlung als möglicher Auslöser von Krebs ist bereits in Gerichtsurteilen anerkannt worden. Die Untersuchungsergebnisse in vitro werden als alarmierend angesehen. Führende Forscher sprechen gar vom Anfang vom Ende des Mobilfunks, für den Fall, dass sich diese Forschungsergebnisse in weiteren Studien bestätigen sollten. Schäden an der DNA werden in der Medizin immer wieder in Zusammenhang mit Krebs gebracht. Schließlich ist Krebs eine ziellose, gesteigerte Vermehrung von Körperzellen. Es gibt inzwischen zahlreiche internationale Studien, die die DNA-Schäden bestätigen und in Zusammenhang mit der elektromagnetischen Strahlung sehen. Bei kurzfristiger Bestrahlung durch den Mobilfunk werden keine vermehrten DNA-Strang-Brüche festgestellt. Bei denjenigen Zelltypen, die gegenüber der Strahlung bzw. den elektromagnetischen Feldern empfindlich sind, treten nach verschiedenen angegebenen Bestrahlungszeiträumen Wirkungen auf. Die Zeitangaben variieren zwischen 20 Minuten und 16 Stunden.

Proteinbefunde bei elektromagnetischer Strahlung

In einigen Studien wurden mit zwei zusammenhängenden Methoden nicht nur die DNA-Brüche untersucht, sondern auch mögliche Veränderungen des Proteins. Die vorgefundenen Proteinveränderungen bestätigten den Befund der Brüche in der DNA.

Intermittierende elektromagnetische Bestrahlung

Dass eine immer wieder unterbrochene Strahlenbelastung (fünf Minuten eingeschaltet, zehn Minuten ausgeschaltet usw.) stärkere Schäden hervorruft als eine dauerhafte, ist relativ neu. Damit wird die oft vorgebrachte Behauptung, dass die Risiken für die Gesundheit gewissermaßen parallel mit der zunehmenden Bestrahlungszeit ansteigen, widerlegt. Bei geringerer oder gleichbleibender Strahlung auf eine bestimmte Masse von Gewebe treten vermehrt Brüche in der DNA auf, wenn die Strahlung regelmäßig unterbrochen wird.

Warum widersprechen sich Studien manchmal?

In manchen Fällen sind die Forscher oder Initiatoren einer Studie nicht neutral, sondern verfolgen Zwecke, die politisch motiviert sind oder der Industrie der Mobilfunkanbieter dienen. Dann leuchtet es ein, dass die Folgen für die Gesundheit bzw. die Langzeitrisiken von Mobilfunk harmlos dargestellt werden. Aber selbst Studien, denen man keine Verzerrung der Forschungsergebnisse vorwerfen kann, widersprechen sich manchmal. Diese scheinbaren Widersprüche lassen sich aber meist durch nähere Betrachtung auflösen. Beispiel: Wenn Studien nur eine kurze Zeit der Strahlenexposition untersuchen (weniger als zwei Stunden), finden sie möglicherweise keine Effekte der elektromagnetischen Felder auf die DNA. Dies sollte man nicht in Widerspruch bringen zu Studien, die Langzeiteffekte untersuchen und diese durchaus finden. Auch der untersuchte Zelltyp spielt eine Rolle. In den meisten Fällen werden die Lymphozyten untersucht. Diese gehören zu den weißen Blutkörperchen und besitzen eine hohe Bedeutung für das Abwehrsystem. Lymphozyten zeigen in vielen Studien keine DNA-Brüche. Daher hat man die Lymphozyten als resistent gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern eingestuft. Andere Zelltypen zeigen aber durchaus andere Befunde bei elektromagnetischer Strahlung. Man kann also nicht davon ausgehen, dass alle Zelltypen resistent sind, wenn ein Typ dies ist. Empfindlich gegenüber elektromagenetischen Hochfrequentfeldern sind u. a.: Neuronen, Fibroblasten, CHL-Zellen, Trophoblasten und lymphoblastoide Zellen. Es gilt als wahrscheinlich, dass noch andere Zelltypen oder bestimmte Bedingungen als empfindlich festgestellt werden. Die Zellempfindlichkeit hängt von der metabolischen Tätigkeit der Zelle ab, also der Stoffwechseltätigkeit. Aktive Zellen sind verwundbarer als ruhende Zellen. Es bedarf nach der Schädigung durch Strahlung (DNA-Strang-Brüche, Proteinveränderungen) einer noch relativ ungewissen Erholungszeit, bis der ursprüngliche Zustand wieder vorhanden ist. Die empfindlichen Zellen weisen in verschiedenen In-vitro-Studien DNA-Brüche auf, auch bei Strahlungsintensitäten, die deutlich unter den Grenzwerten des EU-Rates liegen.

Erkenntnisse aus In-vivo-Studien

Zu der Frage der a-thermischen Wirkungen elektromagnetischer hochfrequenter Felder auf die Zellen von Organismen gibt es zwei verschiedene Gruppen von Verfahren: in vivo (am lebenden Objekt, z. B. am Labortier) und in vitro (in künstlich geschaffenen Laborumwelten, z. B. Reagenzglas). Dieser Artikel kreist um die Untersuchungen in vivo. Zu den a-thermischen Effekten von Strahlung, wie sie aus In-vitro-Studien hervorgehen, lesen Sie bitte den entsprechenden Artikel.

Elektromagnetische hochfrequente Strahlung und In-vivo-Studien

Die Untersuchungen in vivo an unterschiedlichen Versuchstieren beglaubigen in vielerlei Hinsicht die Ergebnisse der In-vitro-Studien. In einer Studie wurden junge Ratten zwei Stunden täglich über insgesamt 35 Tage mit einem unmodulierten elektromagnetischen Hochfrequenzfeld bestrahlt:

  • Das elektromagnetische Feld betrug 2450 MHz.
  • Leistungsflussdichte: 0,34 mW/cm², wobei der empfohlene Grenzwert bei 1 mW/cm² liegt.
  • geschätzter Ganzkörper-SAR: 0,11 W/kg

Nach Beendigung der Strahlenexposition war die Anzahl der Strangbrüche der DNA der Gehirnzellen deutlich erhöht (im Vergleich zur Kontrollgruppe). Auf diese Weise konnte die genverändernde Wirkung von Hochfrequenzstrahlung an Labortieren, die am ganzen Körper bestrahlt wurden, erwiesen werden.

Auch Kaninchen wurden in einem Experiment bestrahlt:

  • Unter den Versuchstieren waren sowohl trächtige als auch nicht trächtige Tiere.
  • Sie wurden 15 Minuten, 7 Tage lang bestrahlt.
  • Es handelt sich um Signale mit 1800 MHz mit 14 V/m.
  • Der Grenzwert beträgt 58 V/m.
  • Das Signal ähnelte GSM (Global System für Mobile Communications). Dies ist der weltweit am stärksten verbreitete Mobilfunkstandard, genutzt für Telefonie und Kurznachrichten.

Nach der Strahlenexposition wurden – verglichen mit den Kontrollgruppen – die Gehirngewebe beider Gruppen untersucht. Festgestellt wurden durch die Strahlung verursachte Schädigungen an den Lipiden und am Erbgut (DNA). Die neugeborenen Nachkommen hatten die Schädigungen nicht. Modulierte elektromagnetische Hochfrequenzfelder können also, wie sich hier an einer weiteren Tierart zeigt, weit unter den in Europa geltenden Richtwerten genetische Schäden bei Ganzkörperbestrahlung verursachen.

Was ist der Unterschied zwischen modulierten und nicht-modulierten elektromagentischen Feldern?

Modulation ist ein Begriff aus der Nachrichtentechnik. Hierbei verändert (moduliert) ein Nutzsignal, dass übertragen wird, das Trägersignal. Dies macht die Übertragung eines niederfrequenten Nutzsignals in Hochfrequenz möglich. Das Nutzsignal kann z. B. Sprache sein, Musik oder Daten. Die Bedeutung dieser Modulation für die Gesundheit hat man lange nicht erkannt. Die SAR-Werte (also die spezifische Absorptionsrate) sind bei Feldern mit und ohne Modulation etwa gleich stark. Die Studien zeigen aber, dass die gesundheitliche Wirkung mit und ohne Modulation unterschiedlich ist. Die SAR-Werte, die die absorbierte Energie angeben, geben also allein keine verlässliche Auskunft über Gesundheitsgefahren. Es treten Veränderungen und Schädigungen in den Zellen auf, die nahelegen, dass die Modulation ein Faktor ist, der die Brüche in den Strängen der DNA steigert. Es gibt sogar Studien, in denen keine vermehrten DNA-Strang-Brüche gefunden wurden, wenn nicht-modulierte Strahlung verwendet wurde. Die freien Radikale sind vermehrt, wenn eine Exposition mit modulierter Strahlung vorgenommen wird. Man muss also zusätzlich zum SAR-Wert noch andere Maßstäbe heranziehen, um die volle Wirkung der Strahlung auf die Gesundheit zu erfassen.

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