5G: Was erwartet uns mit dem neuen Mobilfunkstandard?

5G Blogserie

Ist der neue Mobilfunkstandard 5G gefährlich für unsere Gesundheit? Zahlreiche Ärzte, Wissenschaftler und Aktivisten sind sich sicher: Ja. Da das Thema sehr vielschichtig ist, widmen wir 5G jetzt eine eigene Blog-Serie. Teil eins beschäftigt sich mit den Grundlagen zur neuen Mobilfunkgeneration und warum diese so viele Kritiker auf den Plan ruft.

Während die Mobilfunk-Anbieter Vodafone und Telekom den Netz-Ausbau vorantreiben, werden die Warnungen vor 5G werden immer lauter. Im Juli 2019 widmete die ZDF-Reihe planet e. dem Thema eine halbstündige Dokumentation mit dem Titel „5G – Zwischen Datenspeed und Strahlenangst“, es gibt zahlreiche Online-Petitionen, die den Start von 5G verhindern möchten, sowie bundesweite Aktionen und eine geplante Demonstration in Berlin. Der Grund, warum sich ein so heftiger Widerstand formiert: Zahlreiche Studien belegen bereits jetzt die gesundheitlichen Schäden die Mobilfunk-Strahlung und WLAN verursachen – und Experten sind sich sicher, dass es mit 5G noch schlimmer werden wird.

5G – was kommt da überhaupt auf uns zu?

5G soll die aktuellen Standards LTE und 4G ablösen und dann geht alles schneller. Schnelleres Internet, schnelleres Netz, schnelleres Leben – so der Slogan. Downloads werden mit bis zu 10.000 Mbit/möglich, was bedeutet, dass sich künftig Spielfilme in HD-Qualität innerhalb von Sekunden herunterladen lassen und man datenintensive Anwendungen wie Ultra-HD-Streaming oder Virtual Reality (VR) auch mit dem Smartphone nutzen kann. Das erklärte Ziel ist es, mit dem neuen Standard eine weltweite Echtzeitkommunikation zu erreichen – dies setzt bei Endgeräten Reaktionszeiten voraus, wie man sie sonst nur von Nervenzellen kennt.

Grundsätzlich ist es so, dass 5G – ebenso wie bereits seine Vorgänger LTE oder 4G – hochfrequente elektromagnetische Felder zur drahtlosen Übertragung der Daten nutzt. Der Unterschied ist aber das deutliche erhöhte Frequenzspektrum, dass der neue Standard benötigt, um effizient genutzt werden zu können. Die folgende Grafik veranschaulicht sehr deutlich, wie stark diese Erhöhung mit dem neuen Netzt ausfällt:

5G Mobilfunk Frequenzspektrum

Zusätzlich ist es auch so, dass diese hohen Frequenzen eine deutlich kürzere Reichweite haben und sich zum Beispiel nur schlecht durch Mauern übertragen lassen. Deshalb muss für den neuen Mobilfunk-Standard ein deutlicher Ausbau stattfinden, was die Basisstationen betrifft. Bereits 2016 sprach Arunabha Ghosh, Direktor der Forschungsabteilung des US-Telekommunikationsunternehmens AT&T auf der „Texas Wireless Summit“ von „einer Basisstation alle 100 Meter“. Das könnte bedeuten, dass es in städtischen Gebieten bald alle 10 bis 12 Häuser eine Antenne gibt. Wie dieses Szenario aussehen könnte, veranschaulicht die untere Grafik:

5G Modell Stadt

Steigt mit 5G die Belastung durch elektromagnetische Strahlung?

Prof. Dr. Dr. habil. Klaus Buchner, Physiker und Europa-Abgeordneter der ÖDP, findet in einem Vortrag auf dem „5G Kongress“ in Owingen im Juni 2019 deutliche Worte: Er prophezeit Millionen neuer Basisstationen weltweit, dazu ca. 20.000 neuer Satelliten und ca. 200 Milliarden neuer sendefähiger Geräte. Ein derartiger Ausbau bedeutet auch mehr Belastung, das steht für viele Experten fest. „Diese Antennen werden überall stehen – alle 50, 70, 100 Meter. Und da sie so nah dran und vielfältig sind, wird die Gesamtbelastung steigen“, sagt Professor Wilfried Kühling vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), gegenüber dem ZDF.

Die obenstehende Grafik veranschaulicht, wie die Belastung durch den 5G-Antennenausbau ansteigt.

Das Problem an dieser Belastung: Anders als bei LTE oder 4G kann man sich – ist 5G einmal vollständig ausgerollt – der Dauerexposition durch elektromagnetische Strahlung kaum noch entziehen. Und das führt zur nächsten Frage: Hat diese deutliche Erhöhung der elektromagnetischen Felder Auswirkungen auf unsere Gesundheit? Viele Ärzte und Wissenschaftler warnen bereits seit Jahren vor den gesundheitlichen Schäden durch elektromagnetische Strahlung von Mobilfunk oder WLAN. Sie sind sich einig: Mit 5G werden diese Schäden um ein vielfaches verstärkt.

Welche Auswirkungen hat 5G auf unsere Gesundheit?

Wie schon erwähnt, gibt es bereits jetzt zahlreiche Studien, die auf gesundheitliche Schäden durch elektromagnetische Felder hinweisen. Zu den neuesten gehört die NTP (steht für: National Toxicology Program)-Studie des National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS). Während dieser zehnjährigen Langzeitstudie wurden rund 7000 Ratten und Mäuse täglich für neun Stunden einer Mobilfunkstrahlung ähnlich der Standards 2G und 3G ausgesetzt. Das Ergebnis: Es konnten Schäden in den DNA-Strängen der Hirnzellen der Mäuse und signifikant mehr bösartige Tumore an den Nervenzellen des Herzmuskels bei männlichen Ratten nachgewiesen werden.

Ron Melnick, der die Studie konzipierte stellte auch in einem Vortrag zu den Ergebnissen der NTP-Studie kürzlich klar, warum hier eine Ganzkörperbestrahlung mit Feldstärken von 1.5, 3 und 6 Watt/kg zum Einsatz kamen: Es ging darum eine reale Bestrahlungsstärke zu erreichen, wie sie beispielsweise von einem Handy am Ohr oder Körper verursacht wird. Es ist schließlich etwas schwer, einer Ratte ein Handy ans Ohr zu binden, um so eine Teilkörperbestrahlung zu simulieren. Damit tritt er den Behauptungen von Kritikern – darunter auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) – entgegen, welche meinten, die NTP-Studie ließe sich wegen der eingesetzten Feldstärken nicht auf die Realität übertragen.

Neben solchen Studien ist es auch Fakt, dass die World Health Organization (WHO) hochfrequente elektromagnetische Strahlung bereits 2011 als möglicherweise krebserregend (Klasse 2B) eingestuft hat. Das bedeutet, dass elektromagnetische Wellen auf derselben Gefahrenstufe stehen wie etwa Benzindämpfe, Chloroform oder das Pflanzengift DDT. Dies alles zeigt deutlich: Die gesundheitlichen Risiken von Mobilfunkstrahlung bestehen nicht erst seit 5G – aber mit dem neuen Mobilfunkstandard werden sie noch massiv zunehmen

Sogar Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz gibt in gegenüber dem ZDF zu, dass die Auswirkungen von 5G noch nicht abzuschätzen sind: „Es gibt noch offene Fragen, weil die Datenlage noch nicht so dicht ist für diese neuen Frequenzen und da werden wir jetzt forschen und schauen was wir dazu herausbekommen – bevor diese Netze ausgebaut werden.“

Ab wann sollen die 5G Netze aufgebaut werden?

Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, wurde die Versteigerung der Frequenzen in den Bereichen 2 bis 3,6 Gigahertz am 12. Juni 2019 beendet. Zu den Käufern gehörte auch der Mobilfunkanbieter Vodafone, der auch am 28. Juli 2019 die ersten 25 Antennenstandorte in Düsseldorf, Köln, Dortmund und weiteren Städten aktivierte. Vodafone kündigte an, dass die Stationen mit 5G im August auf mehr als 50 klettern sollen und für 2020 sei der Bau von mehreren tausend 5G-Stationen geplant. Ob solcher Nachrichten fragt man sich dann schon, wann genau das Bundesamt für Strahlung seine Forschungen vor dem Ausbau des 5G-Netzes machen möchte.

Aktiv werden gegen 5G – aber wie?

Mit 5G kommt eine Strahlenbelastung auf uns zu, deren gesundheitliche Folgen wir nur erahnen können. Leider sind sich viele Menschen dieser Gefahr überhaupt nicht bewusst. Deshalb ist das Wichtigste bei diesem Thema: Information. Sensibilisieren Sie ihr Umfeld – beispielsweise im Verein oder der Gemeinde und sprechen Sie mit lokalen Politikern. Sie können auch die aktuell stattfinden bundesweiten Aktionen unterstützen (siehe Informationskaten unten). Das Wichtigste ist: Werden Sie aktiv! Zusätzlich können Sie sich und Ihre Familie mit der memon Technologie schützen, zum Beispiel Zuhause mit dem memonizerCOMBI und dem memonizerWLAN oder unterwegs mit dem memonizerMOBILE. 19 wirksame Maßnahmen zum Schutz vor Elektrosmog und Handystrahlung haben wir zudem in unserer Checkliste für Sie zusammengefasst.

Lesen Sie mehr zum Thema 5G in unseren weiteren Artikeln:

>>> 5G: Was bedeutet der neue Mobilfunkstandard für unsere Gesundheit?

Aktuelle Aktionen gegen 5G

Geplante Demonstrationen:

5G – Experiment NEIN DANKE!
Demonstration am 21. September 2019 in Wien
Alle Infos unter: 5gunplugged.com

Stop 5G
Demonstration am 21. September 2019 in Bern
Alle Infos unter: Stop 5G Facebook-Event

Stopp 5G
Demonstration und Kundgebung am 22. September 2019 in Berlin
Alle Infos unter: www.stopp5G.net

Weitere Aktionen:

Mahnwachen zum 5G-Ausbau in Kempten
05. Oktober 2019
Alle Infos unter: www.risiko-mobilfunk-kempten.de

Mahnwachen zum 5G-Ausbau in Bonn
20. / 21. September 2019
Infos unter: strahlungsfreiesBonn@web.de

Mahnwachen zum 5G-Ausbau in Berlin
20. – 23. September 2019
Alle Infos unter: www.stopp5G.net

Öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestags zu 5G
23. September 2019, ca. 12 Uhr bis 13 Uhr
Alle Infos unter: www.stopp5G.net