5G: Wann soll das neue Netz kommen?

5G - wann kommt das neue netz

Der neue Mobilfunk-Standard 5G kommt – aber wann eigentlich? In einigen deutschen GroßstĂ€dten haben sowohl Vodafone als auch die deutsche Telekom bereits die ersten Antennen-Standorte aktiviert. Doch – mal ganz abgesehen von den gesundheitlichen Risiken – brauchen wir das neue Netz eigentlich wirklich?.

Am Thema 5G kommt man aktuell nicht mehr vorbei. In unseren ersten beiden Artikeln zu dem neuen Mobilfunk-Standard haben wir ausfĂŒhrlich die Gefahren und gesundheitlichen Risiken geschildert. Im dritten Teil unserer Reihe widmen wir uns jetzt der geplanten Ausrollung von 5G und der pragmatischen Frage, wer eigentlich letztlich wirklich von dem neuen Netz profitiert.

In welchen Regionen soll es 5G zuerst geben?

Die Versteigerung der 5G-Frequenzen im Bereich von 3,6 Gigahertz durch die Bundesnetzagentur fand von 19. MĂ€rz bis 12. Juni 2019 statt. Teilnehmer der Auktion waren Vodafone, die deutsche Telekom, sowie TelefĂłnica (O2) und die 1&1 Drillisch AG. WĂ€hrend sich die letzteren beiden mit ihren AusbauplĂ€nen noch zurĂŒckhalten, haben sowohl Vodafone, als auch die Telekom die ersten Antennen-Standorte in StĂ€dten wie Berlin, MĂŒnchen oder Köln schon aktiviert.

Vodafone plant nun eine schrittweise Erweiterung der Antennenstandorte, die PlÀne der Telekom liegen dagegen schon konkreter vor: 2020 will man 99 Prozent der Bevölkerung mit 50 Mbit/s versorgen und bis Ende 2022 soll diese Bandbreite auf 100 Mbit/s verdoppelt werden. Eine flÀchendeckende Versorgung mit 5G plant man bis 2025.

Nutzen kann den neuen Mobilfunk-Standard ĂŒbrigens aktuell nur, wer auch ein 5G-fĂ€higes Smartphone hat. Davon sind aktuell zwei auf dem Markt: Das Samsung Galaxy S10 5G und das Huawei Mate 20X – Apple hat interessanterweise bei neuen iPhone 11 auf die 5G-Technik verzichtet. Das verwundert kaum, lĂ€sst sich der neue Mobilfunk-Standard momentan doch nur in ausgewĂ€hlten GroßstĂ€dten nutzen. Die Frage die aber bleibt: Profitieren Verbraucher wirklich von dem neuen Netz? Schauen wir uns diese Frage doch einmal genauer an.

Welche Vorteile bringt 5G fĂŒr Verbraucher wirklich?

Superschnelles Internet, Downloads in Echtzeit, Streaming, Augmented Reality fĂŒrs Smartphone
die Versprechungen der Mobilfunk-Industrie klingen erstmal super. Doch die Wahrheit ist: FĂŒr das Streamen von Videos auf YouTube, Netflix und Co. reicht auch der aktuelle Standard LTE vollkommen aus – sofern er verfĂŒgbar ist. Aktuell sieht die Situation hier nĂ€mlich so aus, dass die VerfĂŒgbarkeit im Großstadt-Bereich sehr gut, in lĂ€ndlichen Gegenden eher GlĂŒckssache ist. Statt sich also auf einen Ausbau des LTE-Netzes zu konzentrieren, soll nun doch gleich 5G her.

Warum das so ist? Weil es bei dem neuen Standard eigentlich gar nicht um den Nutzen fĂŒr Verbraucher geht, sondern um die PlĂ€ne der Industrie. „The internet of things“ – das „Internet der Dinge“ soll es uns endlich möglich machen, mit unseren HaushaltsgerĂ€ten zu kommunizieren und Fahrzeuge wie Autos, ZĂŒge oder Busse kommen dann komplett ohne Fahrer aus. Smart Home oder Smart City heißt das Ganze dann, dabei ist es bei genauerem Hinsehen alles andere als schlau.

Das Internet der Überwachung?

Ein GeschĂ€ftsmodell des Smart Home hat Prof. Dr. Klaus Buchner (Physiker und Mitglied des EU-Parlaments) in einem Vortrag wĂ€hrend des 5G-Wissenskongress „SeegesprĂ€che“ im Juni 2019 gut veranschaulicht: „Sie kaufen Nahrungsmittel und Ihr KĂŒhlschrank ist intelligent, hat 5G und erkennt, wann Sie welche Nahrungsmittel im KĂŒhlschrank haben. Und dann bekommen Sie eine Nachricht auf Ihr Handy: Heute ist Freitag, Sie haben doch sonst immer am Freitag Fisch gegessen – ihr KĂŒhlschrank hat keinen Fisch, bei Aldi gibt es gerade ein gutes Angebot.“ Statt einfach nur zur Aufbewahrung von Lebensmitteln zu dienen, wird der KĂŒhlschrank so zum Werbemittel. Denn: Wohin gehen denn die Daten, die unsere HaushaltsgerĂ€te so ĂŒber unser Ess- und Kaufverhalten sammeln? Wer entscheidet, welche Angebote ich erhalte – oder noch deutlicher: Wer bezahlt dafĂŒr?

Egal ob Smart Home, Smart City, Smart Country oder Smart School – das Ziel hier ist klar: Alle VorgĂ€nge der Gesellschaft, egal ob in der Arbeit, unterwegs oder zu Hause, sollen ĂŒber Daten und Algorithmen gesteuert werden. Das bedeutet: Jeder Aspekt unseres Lebens wird bald als Datensatz gespeichert: Was wir am liebsten oder hĂ€ufigsten essen. Wann wir ins Bett gehen. Was wir auf dem Weg zur Arbeit so machen. FĂŒr welche Themen wir uns am meisten interessieren. 2013 hat uns Edward Snowden bereits gezeigt, wie glĂ€sern wir heute wirklich sind – mit 5G werden wir dann wohl komplett durchsichtig.

5G – eine strahlende Zukunft?

Mal abgesehen von dem Datenschutz-Aspekt hat 5G noch ein weiteres Problem: Das der Übertragung. Die Mikrowellen von 5G lassen sich schlecht durch festes Gewebe wie WĂ€nde ĂŒbertragen und verfĂŒgen ĂŒber eine deutlich geringere Reichweite als 3G oder 4G. Das fĂŒhrt dazu, dass fĂŒr 5G deutlich mehr Basisstationen benötigt werden.

„Solche Frequenzen können Hindernisse wie BetonwĂ€nde und was uns sonst so umgibt nur schwer durchdringen. Deshalb befĂŒrchten viele, dass man die SendestĂ€rke deutlich erhöht. Eine weitere Lösung wĂ€ren deutlich mehr vernetzte Objekte, von denen einige als 5G-Umsetzer dienen. Und das könnte durchaus so kommen. Dann wĂŒrde zum Beispiel ihre neue Nachttischlampe als 5G-Relay-Station dienen. Oder ein Fahrrad könne als Umsetzer dienen. Wir wĂ€ren also der Strahlung permanent ausgesetzt.“

So fasst der Ingenieur und Elektrosmog-Experte Olvier Bodenmann das Ganze in der ARTE-Reportage „5G-Netz: wir Versuchskaninchen!“ im September 2019 zusammen.

Ist 5G ĂŒberhaupt noch zu stoppen?

Wie man sich – aktiv und erfolgreich – gegen den Ausbau des neuen Netzes wehrt, macht uns aktuell die Schweiz vor. Wie das Magazin heise.de Anfang August 2019 berichtete, setzen sich dort sechs Vereinigungen zum Schutz vor Mobilfunkstrahlung dafĂŒr ein, alle Baugesuche von 5G-Antennen mit Einsprachen zu blockieren und vor Gericht anzufechten. DarĂŒber hinaus gehen die Vereinigungen auch juristisch gegen bereits bestehende 5G-Antennen vor. Ziel ist es hier, die Betriebsbewilligungen zu entziehen.

Mit Erfolg: Der Verein „Schutz vor Strahlung“ berichtet laut heise.de von 90 EinsprĂŒchen gegen 110 Baugesuche. Zudem haben die Schweizer Kantone Genf und Waadt den 5G-Ausbau vorerst gestoppt. Hier will man erst ĂŒber das weitere Vorgehen entscheiden, wenn Ergebnisse eines Berichts zum Thema Mobilfunk und Strahlung vorliegen. Am 21. September 2019 kamen außerdem in der Schweizer Hauptstadt Bern mehrere Tausende Menschen zusammen, um gegen den neuen Mobilfunkstandard zu demonstrieren. In Deutschland fand am 22. September 2019 ebenfalls eine erste Demonstration mit dem Titel „Stopp 5G“ statt. Einen Tag spĂ€ter hatte Eduard Meßmer, Petent der Bundestagspetition gegen 5G eine Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages.

Stoppt 5G – Die Zeit aktiv zu werden, ist jetzt

Diese Beispiele zeigen: Das Wichtigste bei dem Thema 5G ist Information. Deshalb: Werden Sie aktiv und informieren Sie sich! In unseren ersten beiden Blog-Artikeln zum Thema 5G haben wir bereits wertvolle Informationen zu den Grundlagen und den Gesundheitsrisiken der Technologie zusammengetragen. Außerdem bietet die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk auf ihrer Webseite zahlreiche Studien und Informationen zu den Themen Mobilfunkstrahlung und 5G. Teilen Sie diese Informationen mit Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen oder unterstĂŒtzen Sie eine Petition.

Mit der memon Technologie können Sie zusĂ€tzlich sich und ihre Familie vor den Auswirkungen von Elektrosmog – inklusive 5G – schĂŒtzen: Beispielsweise mit dem memonizerCOMBI und dem memonizerWLAN fĂŒr ihr Zuhause oder dem memonizerMOBILE fĂŒr ihr Smartphone.